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Buch IV. Kap. 1. §. 55.
zum neunzehnten Buch benutzten Schriftsteller ausweist, in la-teinischer Sprache geschrieben. Titel und Zueignung konntenverleiten, das "Werk für ein Gedicht zu halten, gleichsam einenNachtrag zu des Virgilius Georgica; allein das tiefe Schweigender fleissigen Commentatoren dieses Werks über jenes, wie auchdes Columella, der sein Gedicht über den Gartenbau gradezu alsFortsetzung der Georgica des Virgilius ankündigt, steht dem ent-gegen , und was Plinius aus dem Werke mittheilt, ist zu unbe-deutend, um irgend eine Vermuthung über Form und weitern In-halt zu gestatten. Er sagt nur, nach Sabinus Tiro im Buch derCepurica, welches er dem Miicenas gewidmet, sei es unvorteil-haft, die Kaute die Cunila (Satureja Thymbra? 1 ) die Minze unddas Ocimum (Basilicum 2 ) mit Eisen zu berühren 3 ).
Das Bemerkenswerte dabei bleibt immer, dass der Garten-bau in der römischen Literatur schon so früh wenigstens Einen,vielleicht gar mehrere besondere Vertreter fand, obgleich ihn auchdie Landwirte keineswegs vernachlässigten, und dass die rö-mische Literatur die griechische in diesem Zweige an Reichthumsogar überboten zu haben scheint. In dem Verzeichnisse derSchriftsteller, welche Plinius zu seinem neunzehnten Buch, welchesvom Gartenbau handelt, benutzt hatte, finden wir neunzehn ein-heimische gegen nur sechs griechische genannt, während sonst dieMenge der letztem beträchtlich zu überwiegen pflegt; und unterden sechs Griechen hatte vermutlich kein einziger, unter denneunzehn Römern hatten mindestens noch drei, Cäsemius, Ca-st ritius und Firmus sonst ganz unbekannte Personen, Cepu-
1) Das ist die gewöhnliche Interpretation. Doch verdient bemerkt zuwerden, dass nach Bertoloni (flur. Ilal. VT, /■«■/. 5-i) gegenwärtig Saturefahnrtensis den Namen Cunilia oder Cnniel/n fuhrt-.
2) Dasselbe behauptet schon Cato von dem Futterkraut Ocimum.Diess sich Tiro etwa durch die Gleichheit des Namens verleiten? Denndass er in seinem Gartenbuch von jenem Futterkraut gehandelt, ist dochnicht wahrscheinlich.
II) Auf den Sabinos, von dem uns Oribasios ein längeres Frag-ment erhielt, und von dem Haller meint, er wäre vielleicht mit dem SabinusTiro identisch, werde ich später Buch VI, §. VI zuriiekkommen.