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Erster Band.
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Buch IV. Kap. 3. §. 58.

dürfte sich diese Annahme gewiss nicht von der Wahrheit ent-fernen. Das ist aber aucli alles was wir von dem Leben diesesmerkwürdigen Mannes wissen oder mit Grund vennuthen können.

Drittes Kapitel.

Die lleilmittellelire der Römer.

§. 58.

Ueb er sicht ihrer Geschichte nach Plinius .

Auf diesem in Griechenland mit Vorliebe angebauten Feldewird unsere römische Aehrenlese fast leer ausgehen. DieWissenschaft der Medicin stand bei den älteren Römern in sehrgeringer Achtung. Bei einfacher Lebensweise, kriegerischer Ab-härtung bedurfte man ihrer selten, und auf der Stufe der Geistes-bildung, auf welcher der ächte alte Römer stand, genügte ihm imNothfall ein einfaches Hausmittel, eine Beschwörungsformel oderein Orakelspruch seiner Priester, und ward ihm der Schmerz einerKrankheit unerträglich, verlor er die Hoffnung der Wiederher-stellung, so galt ein freiwilliger Tod nicht nur für erlaubt, sondernehrenvoll 1 ). Zwar lockte Gewinnsucht griechische Aerzte schonzu Cato’s Zeiten nach Rom ; dass aber einer dem andern wider-sprach und entgegenhandelte, untergrub das Vertrauen zu ihrerKunst, und dass sie dieselbe um Lohn ausübten, galt für 'Wucher.Es ist merkwürdig, was Cato darüber an seinen Sohn schreibt:„Ueber diese Griechen werde ich an seinem Ort sagen, mein Sohn,was ich zu Athen erfahren habe, und werde zeigen, dass es gutsei ihre Schriften zu durchblättern, nicht zu studiren. Es ist einnichtswürdiges unverbesserliches Geschlecht. Und dies lass dir

1 )

morde.

2 )

Vergl. Stäudlin Geschichte der Vorstellungen und Lehren vom Selbst -(1824) Seife 52 ff.

PI in. hist. nat. XXIX, cap. 1 secl. 7.