Neuntes Buch.
Zur Geschichte dev Botanik bei den altern ostasiatisehen
Völkern.
§• 1 .
Einleitung.
ln Griechenland sahen wir die Botanik keimen blühen welkenin kurzer Zeit, und darauf Jahrhunderte lang ihr kümmerlichesBeben als Schmarotzerpflanze aus dem Saft anderer Wissenschaftenfristen, bis auch diese verkümmerten. So verfolgten wir ihre Ge-schichte, wenn eine Reihe abgerissener Spuren des Daseins diesenNamen verdient, erst am einfachen Faden griechischer, dann amzwiefachen griechisch-römischer Literatur den langen Zeitraum vonetwa dreizehn Jahrhunderten hindurch. Gingen wir weiter aufdemselben Pfade, so würde sich die unverwüstliche Zähigkeit allerWissenschaft zwar bald auch an der Botanik bestätigen, wir wür-den sie der Ungunst der Verhältnisse zum Trotz von Zeit zu Zeitwieder neue Triebe machen sehen, allein unter Einflüssen, die sichtheils gar nicht, theils nur auf langen Umwegen auf griechischeAnfänge zurückführen lassen: ich meine die Verpflanzung irischerGelehrsamkeit an den Hof und in die Schulen Karls des Grossen,und bald darauf das Bekanntwerden des europäischen Abendlan-des mit der arabischen Literatur. So lange sich diese letzte inihrer Absonderung erhielt, konnten wir sie beiseit liegen lassen.Erst jetzt, nachdem sie ihre ältere Schwester weit überflügelte, ihrMeyer, Gesch. d. Botanik. III. 1