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Buch IX. Kap. 1. §. 3.
der angebliche Name des Verfassers, sondern zugleich des "Wer-kes Titel ist. Jedes der fünf Bücher schliesst mit der Formel:„Somit ist vollendet das Buch — (folgt des Buches Sepa-rattitel) des Susruta , enthaltend den Ayurveda (die Lebenswissen-schaft).“ Nur in der Schlussschrift des ersten Buchs lesen wir nochden Zusatz: „verfasst von dem verehrlichen Lehrer Susruta.“ DerText selbst ist gleich von vorn herein, und in mehrern Bücherndurchgängig, ein Dialog zwischen Susruta , des Visvamitra Sohn(z. B. II, pag. 06), und Dhanvantari , dem Ivasiraja und Gott derMedicin. Jener bittet diesen um Belehrung, dieser ertheilt sie,und so spielt jener alle fünf Bücher hindurch (das dritte ausge-nommen) die Rolle des Schülers; der Lehrer wird er nur ein-mal, in der Schlussformel des ersten Buchs. Sodann spricht Sus-ruta niemals, wie ein Verfasser zu thun pflegt, unmittelbar vonsich selbst, sondern er sowohl wie auch Dhanvantari werden jedes-mal redend eingeführt von einer dritten ungenannten Person, demwirklichen Verfasser. Dieser dagegen spricht sehr häufig selbst,ohne sich hinter den Gott oder Königssohn zu verstecken, z. B.das ganze dritte Buch (die Somatologie) hindurch, worin er sichnur ein paarmal (II, p. 12 und 17) auf Dhanvantari’s Meinungberuft, ohne ihn oder seinen Schüler selbst auch nur ein Wortsprechen zu lassen; eben so im ersten Kapitel des vierten Buchs,und öfter. Der ungenannte Verfasser gab also seinem Werkedie Form des Dialogs und, nach Einem der Interlocutoren, denTitel Susruta . Kann man zweifeln, dass sich daraus erst späterdie Meinung entwickelte und durch einen kleinen Zusatz zurSchlussschrift des ersten Buchs feststellte, Susruta wäre selbst derVerfasser? Noch mehr, es scheint herrschende Sitte bei den Inderngewesen zu sein, medicinische Werke nach einem der alten sagen-haften Aerzte zu benennen, gleich wie die Griechen ihre alchymi-stischen Werke eine Zeitlanor alle dem Hermes Trismegistos bei-legten. In zwei Katalogen medicinischer Sanskritwerke, in demder in London handschriftlich vorhandenen, welchen Dietz 1 ), so
I) Dietz analecta, pay. 125 sqq.