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Dritter Band.
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Buch IX. Kap. 2. §. 0.

Ich fasse jetzt die Ergebnisse dieser Aussagen zusammen.D ass Schapur I. die Stadt Gondischapur gegründet,lässt sich nicht mehr bezweifeln; darin stimmen alle Zeugnisseüberein, und wenn Amru etwas anderes zu sagen scheint, so be-weisen doch seine eigenen Worte, dass er nichts anderes gemeinthaben kann; denn in Fars lag keine Stadt namens Gondischapur;dass Barhebräus sie dahin verlegt, ist eine Verwechselung, die hiernicht weiter in Betracht kommt. Erbaut zu sein scheint dieStadt aber nicht sofort nach des Valerianus Gefangennehmung ,und nicht zum Gedächtniss dieser Ivriegsthat, wie Barhebräus inFolge der erwähnten Verwechselung sich einbildete, sondern, wieAmru sagt, erst nach der Plünderung Antiochias, diewahrscheinlich im Jahr 262 erfolgte.

Daraus aber auf ein gleich hohes Alter der medicini-schen Schule zu Gondischapur zu schliessen, wie Joh.Heinr. Schulz J ) geneigt zu sein scheint, wage ich nicht. Vonihr hören wir mit Bestimmtheit erst in viel späterer Zeit reden,und wir wissen nicht, ob sie ein nationales Institut der Perserwar, oder ob heidnisch-griechische, oder christlich-sy-rische Aerzte sie gründeten. Ersteres anzunehmen, fehlt indessjeder Grund. Das zweite scheinen Barhebräus und der unbekannteInterpolator seiner Geschichte der Dynastien anzudeuten, indemsie griechische Aerzte schon zur Zeit des Valerianus oder desAurelianus nach Gondischapur kommen, und durch sie von dortaus die hippokratische Medicin sich verbreiten lassen. Von einermedicinischen Lehranstalt daselbst spricht jedoch keiner von bei-

schir, und schrieb Dschondi-Schabur. Er setzt irrig, wie wir jetzt wis-sen, hinzu: „welches das Susiana der Alten ist.“ Dadurch liess siebC. V. Richter in seinem historisch-kritischen Versuch über die Arsaciden- undSassaniden -Dynastie (Leipzig 1S04) S. 167, verleiten von Susiana zu sagen,was er hätte von Gondischapur sagen sollen. Auch begeht er das zweiteVersehen, die Worte, zu denen d’Herbelot ausdrücklich das Werk des OmmiaJahia (dem Titel nach, doch ohne hier den Verfasser zu nennen) citirt, einemganz andern Schriftsteller, dem Khondemir, in den Mund zu legen, aus demsie d’Herbelot soll entlehnt haben.

1) An dem in der vorigen Anmerkung angetührten Ort,