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Buch X. Kap. 2. §. 12.
mit Jen Worten eines anerkannten längst verstorbenen Meistersnur zu wiederholen, oder aus denselben zu entwickeln. Dem ur-theilslosen Despoten galten solche Worte unstreitig mehr als dieschlagendsten Gründe eines Zeitgenossen, den er als Spielball sei-ner Launen betrachtete.
Wie eine solche Ueberschätzung der Auctoritdt zwar den Fort-schritt hemmen, dafür aber zur Erhaltung des einmal Ge-wonnenen dienen musste, versteht sich von selbst, und gradedarauf beruht die welthistorische Bedeutung der ara-bischen Literatur. Gegen fünf hundert Jahre lang, währendund kurz nach den gewaltsamsten Krämpfen aller gebildeten Vö’-ker, bewahrte sie treu den heiligen Funken, der sich dann inEuropa zur leuchtenden Flamme wieder erheben sollte. Wir dür-fen das aussprechen, ohne deshalb das Verdienst der Araber umdie selbstständige Förderung einzelner Zweige des Wissens zuverkennen. Aus ihrer Sterndeuterei rang sich schon bei ihnenwahre Astronomie, aus ihrer Goldmacherei wahre Chemie los,und entwickelte sich nebenher zu der bis dahin gänzlich vernach-lässigten Apothekerkunst. Doch was ist das alles und mehrdergleichen gegen den ungeheuren Einfluss, den allein die durchdie Araber vermi 11 el te Ueb er 1 ieferung aristot elischerWeisheit auf das Abendland ausübte!
Gewiss mehr als Zufall und nicht wirkungslos war auch dieErblichkeit gewisser Wissenschaften in gewissen Familien, derwir bei den Arabern so häufig begegnen. So die Medicin bei derNachkommenschaft des syrischen Nestorianers Bochtjesu odernach arabischer Schreibart Bachtischüa, deren Stammtafel 1 ) zugeben ich mich nicht enthalten kann. Drei Jahrhunderte hindurchprangt sie mit den Namen berühmter Aerzte.
1) Nach Assema n i biblioth. oriental, tom. 111, pars 11, pag. 97 uud Wü-st e nj eld Geschichte der arab . Aerzte und Natur forscher j S. 97.