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Buch X. Kap. 4. §. 24.
müd am Hofe zu Korkang, der sich Ihn Sinä durcli die Fluchtnach G’ürgän entzog, des letztem Aufenthalt daselbst unter frem-dem Namen, seine daselbst am Neffen des Qabüs verrichtete Wunderkur, die Entdeckung seines wahren Namens durch Qabüs selbstnach einem der Portraits, welche der Sulthän Malhnüd als Steck-brief in alle Länder versandt hatte, u. s. w. Ich begreife nicht,wie man diesen Märchen Glauben schenken kann, da wir aus IbnSinä’s eignem Munde wissen, dass Qabüs umkam, als jener ilmaufzusuchen im Begriff war.
Von nun an verlässt uns auch Ibn Alqoftlu, indem er nur nochvon Ibn Sind’s schriftstellerischen Arbeiten spricht. Nach Abul-farag schrieb Ibn Sind zu G’ürgan das erste Buch seines Qanünund einiges andere, und begab sich darauf, vermuthlich wiederdurch politische Umwälzungen gedrängt, nach Kai, der Hauptstadtdes Buidenfürsten Magd Addaulah (die Trümmer dieser schondurch Alexanders Feldzüge bekannt gewordenen Stadt liegen etwadrei Stunden südöstlich vom heutigen Teheran ), den er von einertiefen Melancholie geheilt haben soll. Ich weiss nicht, wie langeer dort verweilte, doch gewiss nicht bis zu des Sulthäns MalhnüdFeldzug gegen Kai und dessen Eroberung, wie Ivondemir undChuäd Emir (bei Hammer-Purgstall ) angeben. Denn dieseEroberung erfolgte 420, und schon 414 eroberte Ibn Ivaküjah dieStadt und das Gebiet von Hamadsän, wohin sich, wie wir gleichsehen werden, Ibn Sinä von Kai aus begab, und nahm den dorti-gen Buidenfürsten Samä Addaulah, einen Vetter des Fürsten vonKai, bei dessen Vater und Vorgänger Ibn Sinä sein erstes Veziratbekleidete, gefangen. Auch einen Irrthum des sonst so zuverlässi-gen Abulfeda muss ich hier berichtigen. Wie wir von Ibn Sinäselbst vernehmen, ging dieser nach Kai, nachdem Qabüs lange todtwar. Gleichwohl lässt ihn Abulfeda von Kai nicht, wie Abulfaragund alle Andern erzählen, nach Hamadsän zum Fürsten SchamsAddaulah, sondern, ohne einen Ort zu nennen, zu Schams AlmäliQabüs, d. h. zu jenem längst verstorbenen Qabüs, gehen Offenbarverwechselten, ich weiss nicht ob Abulfeda selbst, oder seine Abschrei-ber, verleitet durch den gleichen ersten Namen Schams, die beidenFürsteu von Dilhem und von Hamadsän.