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Buch X. Kap. 4. §. 24.
mer-Purgstall ) auch sein Eintritt in den bocharischen Staatsdienstin sein zwei und zwanzigstes Lebensjahr fallen. Indem Hammer-Purgstall dieser Zeitbestimmung Glauben schenkt, folgert er darausmit Recht, Ibn Sind könne nicht erst 370, er müsse schon 365 ge-boren sein. Denn NüH II. starb 387, und sein Sohn und Nach-folger Manszür II., der letzte Samanidenherrscher über Bochärä,ward nicht völlig zwei Jahr darauf geblendet und entthront. Ziemtes aber, historische Zeugnisse mehr zu wägen als zu zählen, sohalte ich doch das Geburtsjahr Ibn Sinä’s 370 fest, und nehmean, dass er schon in seinem neunzehnten Jahre, also 389, gleichnach Beendigung seiner Studien seinen Vater verlor, seine Anstel-lung nicht mehr von NüH, sondern von Manszür empfing, und kurzvor oder nach dessen Entthronung das unglückliche Bochärä fürimmer verliess. Dies vorausgesetzt, kann Ibn Sind die erwähntenschriftstellerischen Arbeiten entweder nicht schon zu Bochärä, odernicht erst nach seinem ein und zwanzigsten Jahre geliefert haben;jedes von beiden ist möglich, beides zugleich nicht. Die Zahl einund zwanzig, die ich nur bei Ibn Alqofthi finde, erregt deshalbden Verdacht der Unächtheit; und daraus, dass Ibn Sinä gleichnach der Darstellung seiner Studien von seinen schriftstellerischenArbeiten spricht, vermuthlich nur um den Zusammenhang zwischenbeiden nicht zu unterbrechen, folgt nicht, dass die später erzähltenLebensereignisse auch der Zeit nach erst später eintraten. Nach-lässige oder historisch nicht gehörig orientirte Schriftsteller moch-ten es nöthig finden, dem Schriftsteller zur Vollendung so grosserWerke einige Jahre (18—21) zu lassen, und die später erzähltenEreignisse noch ein Jahr später (22) anzusetzen. Was Ibn Challi-kan, Kondemir und Chüäd Emir sonst noch von Ibn Sinä berich-ten, ist grossentheils so unglaubhaft, dass wir ihnen auch jeneMissgriffe wohl zumuthen können. Ich rechne zu ihren Fabelnunterandern die Geschichte vom Untergange der fürstlichen Biblio-tliek zu Bochära durch Brand, den Ibn Sinä selbst angelegt hätte,um, was er aus den Büchern gelernt, für eigene Erfindung ausge-ben zu können; als ob jene Bibliothek die einzige gewesen wäre;ferner die Gelehrtenjagd des mächtigen Gaznewiden Sulthän Mah-