Band 
Dritter Band.
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Buch X. Kap. 6. §. 38.

Ich aber darf mich in diesem Kapitel verhältnissmässig kurzfassen. Denn leider Hessen manche der hierher gehörigen Schrift-steller, wie z. B. der berühmte Abulfeda , dessen Geographie ichdaher übergehe, das Naturwissenschaftliche fast ganz ausser Acht;Andere, die ihm mehr Aufmerksamkeit schenkten, verrathen oft

liess. Denn nach des weit zuverlässigeren Conde Geschichte der Mauren inSpanien, übersetzt von Rutschmann, I, Seite 10 ff. ging das Chalifat im Jahr 101über von Omar auf Jazid II., und Assainah ward erst im Jahr 103, in dem-selben Jahre, worin er seinen Tod fand, zum Statthalter von Andälos ernannt.Wie hätte er in so kurzer Zeit zu einem Werk solcher Art das Material unddie Müsse gefunden?

Sodann rühmen sich die Araber einer schon unter dem Chalifen Almämün.also vor 217 (833) von dem bekannten Philosophen Alkin di verfertigtenUebersetzung der Geographie des Ptolemäos. Wüstenfeld übergehtsie; Frähn bespricht sie ausführlich und äussert dabei manche Bedenken.Das erheblichste ist, Seite XVIII, dass die arabische Uebersetzung „nachH’ag’g’i Chalifah bei jedem Lande u. s. w. detaillirte naturhistorische physika-lische und ethnographische Beschreibungen“ geben soll, da doch das griechischeOriginal, das wir besitzen, nur aus einem trocknen Verzeichnisse von Ort-namen mit Angabe ihrer Länge und Breite besteht. Frähn citirt zwar dieStelle des H’ag’g’i Chalifah, von der er spricht, nur nach der Pagina seinesCodex, es ist aber unstreitig folgende nach unsrer gedruckten Ausgabe Vol.II, pag. 602, aus dem Artikel nr. 4130 Ilm gagrafiä (Wissenschaft derGeographie): „Der erste, der von ihr geschrieben, war Ptolemäos K!au-dios, der, nachdem er seine Megistä vollendet, ein Buch unter dem TitelGeographie verfasste. Er sagt, es gäbe zu seiner Zeit 4530 Städte, die eraufzählt, und über 200 Gebirge auf der Erde. Er bemerkt auch die Hohender letztem, und welche Metalle und Edelsteine sie enthalten, ferner dieMeere und Inseln, nebst den darin lebenden Thieren und was ihnen sonsteigenthümlich ist, sodann geht er die Erdgegenden durch, und beschreibt diedort lebenden Menschen, ihre Gestalt und ihre Sitten, was sie essen undtrinken, und welche Handelsartikel einer jeden Gegend besonders zukommen.Auf dieses erste Originalwerk in dieser Wissenschaft gingen Alle zurück, diespäter darüber schrieben. Aber vieles darin Enthaltene hat aufgehort, Namenund Zustände haben sich geändert, und die Pforten des daraus hervorgegan-genen Nutzens haben sich geschlossen. Ins Arabische übersetzt ist das Buchzur Zeit Almämün’s; jetzt wird die arabische Uebersetzung nicht mehr vor-gelunden.“ Darum, meint Frähn, sei die schon von Männert in seiner Geo-graphie der Griechen und Römer Band 1, Seite 137 Anmerkung y ausgesprochene