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Dritter Band.
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Buch XI. Kap. 2. §. 55.

die zusammen grade hundert Jahr lang (1081 —1180) regierten,zeichnet sicli aus durch den neu erwachten Eifer für das Studiumdes Alterthums; es entwickelte sich um diese Zeit, wie Anna Kom-nena ') in ihrer Alexias versichert, ein ganz neuer Zweig gram-matischer Kunst, Schedographie genannt, sogar der alte Ilomeroserhielt in Eustathios einen neuen Ausleger. Nur die Medicin nahman dem allen wenig, andere Naturwissenschaften gar keinen Theii.

§. 55.

Nikolaos Myrepsos und Joannes Aktuarios.

Lange dauerte der Aufschwung nicht, bald folgte der Zeit derlvomnenen die der tiefsten Erniedrigung des östlichen Kaiserreichs.Kreuzfahrer unter Graf Balduin verdrängten im Anfänge des drei-zehnten Jahrhunderts die griechischen Kaiser und gründeten dasdurch Plünderungen Feuersbrünste Verheerungen jeder Art ver-rufene sogenannte lateinische Kaiserthum in Konstantinopel , dassich bis zum Jahr 1261 erhielt 1 2 ). Aus dieser Zeit habe ich keinenSchriftsteller zu nennen. Erst als es wiederum einem GriechenMichael Paläologos gelang die Lateiner zu vertreiben und denThron zu besteigen, flackerte das nie ganz erstickte Feuer wissen-schaftlicher Begeisterung in Griechenland für kurze Zeit noch ein-mal, und zum letzten mal auf; und auch wir wollen die beidenletzten Aerzte dieser Zeit, wenn auch mehr aus Pietät gegen dieNation als wegen ihres Einflusses auf die Botanik, nicht übergehen.

An Werth einander sehr ungleich, nenne ich sie doch zusam-men, weil beide ihre Beziehung zur Botanik einem Antidota-rium, das heisst im weitesten Sinne einem Werk über zusammen-gesetzte Heilmittel verdanken, und weil es hergebracht ist die Zeitdes Einen nach der des Andern zu bestimmen.

1) Annae Comnenae Alexias, edit. Paris . 1651 in fol., lib. XV, pag. 485,und daraus in Dufresne glossarium mediae et injimae graecitatis, sub vocibuso/fdo? et a/eiKygatfos, wo noch mehreres über den Gegenstand gesammelt ist.

2) Ueber den verderblichen Einlluss dieser kurzen Zeit auf die klassischeLiteratur vergleiche man Ileerens Geschichte des Studiums der klassischenLiteratur 1, 8. 214.