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Buch XI. Kap. 3. §. 60.
*Sigilis (Genitiv statt siliginis) —, Tanazita, auch *Tanezatum ge-Secale cereale. schrieben.
Solsequium. *Vittonica —, Betonica offici-
*Spelta —, Triticum Spelta. nalis.
Das sind die ersten Rudimente unsrer Flora Germanica, dieihren Reichthum jetzt nach Tausenden zählt! Aber die Arbeiteines Jahrtausends liegt auch dazwischen.
§. 60 .
Kein Studium der Medicin unter und bald nach Karl
dem Grossen.
Stützte sich aber die Pflanzenkunde neben, oder vielmehr nochvor der Landwirthschaft bisher auf die Medicin, als deren treueDienerin wir sie von den frühesten Zeiten her kennen lernten, soentbehrte sie dieser Zuflucht zur Zeit Karls des Grossen und sei-ner nächsten Nachfolger fast ganz. Es gab fast keine Medicinmehr, wenigstens kein Studium derselben, ausser bei Griechen undArabern, mochten auch Quacksalber hie und da noch die Stelleder Aerzte vertreten, und ein oder das andere medicinische Buchvon einem schlaftrunckenen Mönch auf Befehl seines Abtes ab"e-schrieben werden. Mönche nahmen sich der Kranken um Gotteswillen an, und die Heilmittel, deren sie sich wenigstens Vorzugs-weise bedienten, waren Gebet "Weihwasser und die Reliquien derHeiligen. Man hat wohl gesagt, Karl der Grosse hätte in seinenKathedralschulen ausdrücklich auch die Medicin zu lehren verord-net. Es finden sich in seinen Capitularien nur ein paar Worte,die man so gedeutet hat; ich gebe jedoch des Zusammenhangswegen auch die vorhergehenden. Das im Jahr 806 zu Thionville (Villa Theodonis) erlassene Capitulare, bei Pertz pag. 131 sq.fängt so an:
1. Ut lectiones in ecclesia distincte legantur.
2. Ut cantus discatur et secundum ordinem et morern Ro-manae ecclesiae fiat: et ut cantores de Mettis revertantur.