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Dritter Band.
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Buch XI. Kap. 4. §. 65.

gar keine Knaben fand, sondern nur Greise und würdige Män-ner. Mögen meine Leser selbst urtheilen. Petrus schreibt: „Interceteros autem virtutum flores, quos in illo agro pleno, cui bene-dixit Dominus, reperi, fateor, hoc mihi non mediocriter placuit,quod ibi scholas puerorum, qui saepe rigorem sanctitatisenervant, non inveni, sed omnes aut senes, cum quibus uti-que nobilis vir sedebat in portis ecclesiae, aut juvenili vivendidecore laetantes.“

Des Klosters grosses nicht hoch genug zu schätzendes Ver-dienst bestand in der Fortpflanzung des wissenschaftlichen Geistesunter den Mönchen überhaupt, und in der Erhaltung und Verviel-fältigung altrömischer Classiker, vorzüglich unter Desiderius, viel-leicht auch in der Uebersetzung einiger griechischer Werke insLateinische zu einer Zeit, in welcher die Ivenritniss dieser Spracheausser Griechenland selbst zu den Seltenheiten gehörte. Dembis zum Ueberdruss oft wiederholten Einfluss des Klosters auf dieWiedergeburt der Medicin, und der Ableitung der salernitanischenSchule von ihm fehlt jede historische Grundlage. Ich freue michzu sehen, dass jetzt auch Renzi 1 ), früher einer der eifrigsten Ver-theidiger des Zusammenhangs beider Anstalten, diesen Zusammen-hang verwirft, und zwar aus andern nicht minder wichtigen Grün-den, als ich geltend machte, nämlich wegen der viel weitern geo-graphischen Entfernung beider Orte, als wir Nordländer uns ein-bildeten, und vorzüglich wegen ihrer scharfen politischen Getrennt-heit in früherer Zeit. Darauf beschränkt sich jedoch unsreUebereinstimmung. Das hohe Verdienst Monte Cassino’s um dieMedicin überhaupt gehört noch fortwährend zu Renzi’s Lieblings-vorstellungen.

§. 65.

Die salernitanische Schule der Medicin vor Con-stantinus Africanus.

Hier verlässt uns unser bisheriger treuester Führer PetrusDiaconus . Das Chronicon Salernitanum eines Ungenannten

1 ) Renzi coUectio Sa/ernitana 1 , pag. 128 sq,Meyer, Gesell, d. Botanik. III.

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