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Dritter Band.
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Buch XI. Kap. 4. §. 65.

fast alle Gelehrsamkeit, bei denen von Monte Cassino blühete vor-züglich die Medicin, diese besassen Filialklöster zu Salerno , folg-lich müssen die hochberühmten salernitanischen Aerzte Benedictinergewesen sein. Eine gar schwache Schlussfolge aus noch schwä-cheren Prämissen. Mit weit besserm Recht könnte man so schliessen:grade in Italien beschränkte sich das Wissen am wenigsten aufdie Geistlichkeit, grade dort erhoben sich Bologna und andereUniversitäten als rein weltliche Institute, warum nicht auch Salerno ?„Der Unterschied (italiänischer und andrer Universitäten), sagtHuber 1 ), lag von vorn herein darin, dass die cismontanischenUniversitäten sich aus und an den alten Kloster- und Domschulenentwickelten, die ultramontanischen dagegen an Instituten, welchevon der Kirche ganz unabhängig waren. Bei jenen war Specula-tion, bei diesen praktische Studien von vorn herein vorherrschend.Hier ist natürlich nur die Rede von den ältern, Bologna, Padua ,Salerno , und es ist damit nicht gesagt, dass sich nicht andere ita-liänische Universitäten in ähnlicher Weise entwickelten, wie diesdiesseits der Alpen der Fall war. Von diesen ist nicht die Rede,und eben so wenig von einer so isolirten Erscheinung diesseitsder Alpen, wie Montpellier , welches ursprünglich wohl nur mitSalerno eine bestimmte Analogie darbietet. Der Ausdruck italiä-nisclie Universitäten soll im Grunde weniger einen geographischenals einen organischen Unterschied andeuten, und eben die n i c h 1-scho las tischen Universitäten bezeichnen. Bleiben wir nun beiden beiden ältesten und bedeutendsten, Bologna und Salerno stehen,so brauchen wir uns nur auf bestimmte Thatsachen zu berufen,um deutlich zu machen, dass hier von einem scholastischen, undin so fern kirchlichen Ursprung nicht die Rede sein kann. WasSalerno betrifft, so haben wir dafür freilich kein ganz positivesZeugniss; aber keiner von allen Zügen, woraus wir uns ein Bildder ältern Zustände dieses merkwürdigen und zum Theil nochimmer räthselhaften Instituts zusammenzusetzen haben, verträgtsich mit der Annahme, dass es von irgend einer kirchlichen An-

1 ) Huber, die englischen Universitäten, Band I, Cassel 1839, Seite 11 /.

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