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Buch XI. Ivap. 4. §. 68.
scher Weisheit. Ja lange nach seiner Entstehung scheint es inMontpellier und Paris Neider und Nachahmer gefunden zu haben,denn heftig fährt Aegidius Corboliensis ') die Pharrnakopolen zuMontpellier an,
Quos facit artifices attritae frontis egestas,
Quos gula, quos stiinulat et cogit avara dolosiAmbitio nummi Carmen ructare Salem um etc.
Und statt des ersten Verses des salernitanischen Gcdicbts:
Anglorum regi scripsit tota Schola Salerni,lesen einige neuere Handschriften, gewiss nicht zufällig,
Franco rum regi etc.; andere dagegen Roberto regi etc.
Wer der englische König sei, dem die Schule das Gedichtüberreichte, ward lange bezweifelt; neuere Kritiker bis auf Renzierklärten sich einmiithig für den Prinzen Robert den Sohn Wil-helm des Eroberers und ältern Bruder Wilhelm des Zweiten, wel-cher sich, durch seinen Vater ausgeschlossen von der Regierung,an einem Kreuzzuge betheiligte, und bei seiner Zurückkunft einerempfangenen Wunde wegen zu Salerno verweilte, bis ihn die Nachrichtvon seines Bruders Tode nach England abrief. Zwar den Thron zubesteigen gelang ihm nicht, das Glück der Waffen entschied gegenseinen wohlbegründeten Anspruch; doch ohne Zweifel dünkte ersich dem Recht nach, und nannte er sich schon in Italien Könia\so dass ihm die Schule bei seiner Abreise ohne Schmeichelei den-selben Titel geben konnte und musste; und ich begreife nicht, wieRenzi 1 2 ) darin Bedenken findet, zumal da ihm nicht gelungen ist,einen wirklichen König von England, dem das Gedicht mit einigerY\ ahrscheinlichkeit gewidmet sein könnte, nachzuweisen.
Ich durfte diesen Streitpunkt nicht unberührt lassen, weil ermit zwei wichtigen Fragen, mit der nach der Aechtheit oder Un-ächtheit vieler Verse das Gedicht, und mit der nach dem Zeitalterder ächten innig zusammenhängt. — Die Zahl der zum Gedicht
1 ) Aegidii C orboliens is de laudibus et virtutibus compositorum medica --minum Uber IV vers. 742 sqqpag. 170 edit. Choul ant.
2 ) Renzi collectio Salernitana 1 pag. 207 sqq.