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Buch XII. Kap. 1. §.7.
faltiger als sonst jemand behandelt hat *), zählt von jeder derselbenmehr als dreissig Ausgaben. Mehrere davon gehören zu denältesten Denkmälern der Buchdruckerkunst, die neuesten sind nochnicht hundert Jahr alt: schon daraus lässt sich der Beifall abneh-men, den sie fanden. Die erstgenannte Schrift erschien frühergewöhnlich für sich allein, die beiden letzten stets mit einanderverbunden; die spätem Ausgaben enthalten alle drei zugleich.
Das Buch de secretis mul i er um erwähnt kaum beiläufigeinmal einer Pflanze als Heilmittel. Insofern könnte ich es daherübergehen, allein die Spötter und Verächter Alberts haben es ihmnoch öfter und bitterer als die beiden andern zum Vorwurf ge-macht. Sie schelten ihn die Hebamme, und ergehen sich über dieLüsternheit des ehrwürdigen Prälaten, und zwar ohne alle Prüfung.Denn von geringer medicinischer Kenntniss und starkem astrolo-gischem Aberglauben zeugt das Buch freilich, aber unsittlich ist esnicht. Es ist eine trockene von Lüsternheit weit entfernte physio-logisch - medicinische Untersuchung über die Zeuguug und Geburtdes Menschen. Spott und Verachtung verdient es daher keines-wegs, und wird sogar für die Geschichte der Medicin stets eini-gen Werth behalten. Allein Albert hat es nicht geschrieben, son-dern einer seiner Schüler, Henricus de Saxonia, eine sonstunbekannte Person. In vielen zum Theil sehr alten Ausgaben, vondenen ich eine, gedruckt zu Augsburg bei Anton Sorg 1489 in 4.,eine zweite Frankfurt 1615 in 12. besitze, führt es den Titel:Tractatus Ileinrici de Saxonia, Alberti Magni discipuli,de secretis mulierum; der damit verbundene Commentar, dessenerstes Stück als Prolog vorausgeht, ist überschrieben: Expositiosuper Ileinricum de Saxonia de secretis mulierum incipitfeliciter, und der Text selbst hat die Ueberschrift: Tractatus Hein-rici de Saxonia, Alberti Magni discipuli, de secretis mu-lierum , quem ab Alberto excerpsit, feliciter incipit. Nochmehr, — das könnten Zusätze der Abschreiber sein, — aber derText selbst beginnt mit den Worten: „Dilecto sibi in Christo socio
1) Choulant in seiner schon citirten Abhandlung im Janus I, 1846, S. 152 ff.