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Buch XII. Kap. 2. §. 8.
Albert den Grossen als Botaniker beurtheilen und — natürlich ver-urteilen. Ich wiederhole zum Schluss nur noch, was ich in meineröfter genannten Abhandlung über Albert den Grossen vor ein undzwanzig Jahren gesagt habe. „Fassen wir die mannichfachenWiderwärtigkeiten zusammen, die Albert als Botaniker erfahren,so muss man gestehen, dass die ganze Literaturgeschichte kaumeinen zweiten Fall der Art aufzuweisen hat. Nicht genug, dasssein höchst verdienstliches "Werk von den Pflanzen in sieben star-ken Büchern, obgleich zweimal gedruckt, sehr früh in gänzlicheVergessenheit gcrieth; nicht genug, dass einer seiner jüngern Zeit-genossen Petrus de Crescentiis , vielleicht der einzige, derihn zu schätzen und mehr als billig zu benutzen verstand 1 ), invollem Maasse den Ruhm erndtete, der seinem Meister so schmäligento-ino-: nein, was noch schlimmer war, eins der elendesten Bücher,welche die Finsterniss jemals ausbrütete, ward ihm untergeschoben,galt für das seinige bis auf den heutigen Tag, und zog ihm dietiefste Verachtung zu, obgleich der unbekannte Verfasser sich nichtdie geringste Mühe gegeben, durch Nachahmung des Stils, Be-ziehungen auf ächte Schriften Alberts und dergleichen seinen Be-trug zu bemänteln, so dass ihn schon eine oberflächliche Verglei-chung, wenn sie jemals angestellt wäre, unfehlbar hätte entlarvenmüssen.“
Zweites Kapitel.
Die Enkyklopädiker des XIIL Jahrhunderts.
§. 8 .
Gleichzeitig mit Albert dem Grossen lebten drei Männer, einEngländer Bartholomäus Anglicus , ein Niederländer Tho-
1) Wie schon vor Petrus de Crescentiis auch sein eigener Schüler Thomasde Canti prato dasselbe Werk, obgleich massiger benutzt hatte, wusste ichdamals noch nicht.