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Vierter Band.
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Buch XII. Kap. 2. §. 10.

ausserdem, was ich über ihn als Botaniker zu sagen habe, mit dennothwendigsten Angaben.

Den Beinamen Bellovacensis führt er von der StadtBeauvais im französischen Departement der Oise . Ob er jedochdaselbst geboren war, oder nur einen Theil seines Lebens alsDominicaner im dortigen Kloster zubrachte, wissen wir nicht; ebenso wenig, wo und wie er seine Bildung empfing. Höhere geist-liche Würden scheint er nicht bekleidet zu haben, wiewold ihnManche zum Bischof machen. Er selbst nennt sich nur Lcctor,und sogar das ist ungewiss, ob bei ihm wie sonst gewöhnlich un-ter diesem Namen ein Lehrer der Theologie an einer Klosterschule,oder des Königs Vorleser zu verstehen sei. Neben der AbteiRoyaumont, welche Ludwig VIII . 1228 gestiftet hatte, besass seinNachfolger Ludwig IX. mit dem Beinamen des Heiligen ein Schloss,wohin er häufig mit seiner Familie sich zurückzog. Nach jenerAbtei ward Vincentius berufen, und gewiss ist, dass er dem Königeseine eigenen und fremde Werke vorlas, in hoher Gunst bei ihmstand, und durch ihn die Iliilfsmittel zu den grossen literarischenArbeiten erhielt, die sein ganzes Leben auslüllten. Das Jahr 1264als das seines Todes steht ziemlich fest, wiewohl auch darüberdie Angaben und Vermuthungen variiren.

Von seinen Werken ist hier nur eins zu nennen, sein Spe-culum majus tripartitum, nicht quadripartitum, wie es meistgenannt zu werden pflegt, bestehend aus dem Speculum natu-rale, historiale und doctrinale; denn das vierte, was sichin vielen Handschriften und Ausgaben damit verbunden findet, dasSpeculum morale, ist, wie Echard gründlich bewiesen hat, un-äclit, und gehört in eine weit spätere Zeit. Jenes grosse Werk,welches in der ersten und besten Ausgabe von Mentelin (Ar-gentinae 1473—76) sieben starke Bände im grössesten Folioformatfüllt, und wozu als achter Band auch das Speculum morale gehört,umfasst schon in seinen drei ächten Abtheilungen das gesammteWissen damaliger Zeit, und doch enthält es nur einen massigenTheil dessen, was Vincentius zum Zweck der Darstellung dessel-ben theils selbst gesammelt theils durch Gehülfen hatte sammelnMeyer, Gesell, d. Botanik. IV. 7