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Vierter Band.
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Buch XII. Kap. 2. §. 10.

lassen. Es ist die umfang- und inhaltlichste Enkyldopädie allerWissenschaften, welche bis dahin erschienen war, und behauptetediesen Vorzug für lange Zeit. Die Anlage, der Plan, wonachdas Ganze geordnet ist, gehört dem Verfasser; die Art der Aus-führung gleicht der, welche damals so beliebt war, und welchewir schon in den beiden ähnlichen, wiewohl kleinern Werken desThomas und des Bartholomäus kennen lernten: es ist eine Zu-sammenstellung von Excerpten aus Schriftstellern der verschieden-sten Zeit und Art, der Form nach ohne alle Verbindung lockerzusammengefügt, selten von kurzen eigenen Erläuterungen undIxeflexionen des Verfassers unterbrochen, und jedem Satz ist derName des Eigenthiimers vorangesetzt. Das Verdienst solcherWerke beschränkt sich daher auf drei Punkte, auf den Reichthumder benützten Quellen, auf die Auswahl des Erheblichen und aufdessen übersichtliche Zusammenstellung; in allen drei Beziehungenübertrifft Vincentius bei weitem seine Vorgänger. Bewunderns-würdig ist der lleichtlnim der Bibliothek, die ihm zu Gebot stand,und der Fleiss, womit er sie benutzte. Nur mit Hülfe königlicherMunificenz Hessen sich solche Ilülfsmittel vereinigen, und nur durchden Beistand vieler Gelüilfen war eine so unermessliche Excerpten-sammlung zu gewinnen. Beides rühmt Vincentius auch mit dank-barer Anerkennung. Die Gesammtmasse seiner Quellen, unterdenen sehr wenige damals bekannte Werke von einiger Bedeutungfehlen, hat noch niemand zusammengestellt. Ein Verzeichniss derSchriftsteller oder Bücher, die er allein im Speculum naturaleexcerpirt hat, lieferte Fabricius in seiner Bibliotheca Graecavol. XIV, pag. 107—125. Es sind deren weit über 300, wobeijedoch die mitgezählt sind, die Vincentius nur mittelbar durchPlinius oder Andre stellenweis kannte. Auch viele lange vor sei-ner Zeit untergegangene AVerke citirt er so, als hätte er sie selbstvor Augen gehabt, so dass es in manchen Fällen zweifelhaft bleibt,ob er eine Schrift unmittelbar oder nur mittelbar benutzt hat.

Als Hauptquellen behandelt er, so weit es möglich ist, über-all die Bibel und die Kirchenväter, nebst den damals vor-handenen Glossen zu den heiligen Schriften, die sich nicht selten