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Vierter Band.
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Buch XIII. Kap. 2. §. 13.

gebrauchten Ausdruck: „de vulgari in Latinum reducerc corn-pellor,“ missverstanden, und auf eine Rückübersetzung gedeu-tet, gebrauchte er nicht statt dessen in seiner eignen etwas freienitaliänischen Uebersetzung den Ausdruck tradurrö, der einemsolchen Missverständuiss widerspricht.

Merkwürdig sind auch die mancherlei Abweichungen der ver-schiedenen lateinischen italiänischen und sonstigen Texte untereinander. In so fern sie die Schreibung fremder Namen dieKapiteleintheilung und dergleichen betreffen, mag man sie durchNachlässigkeit der Abschreiber und Uebersetzer erklären; alleinsie gehen weiter, ganze Kapitel, die man ihrem Inhalte nach füracht halten muss, hat bald dieser bald jener Text vor andern vor-aus. Daher die jetzt fast allgemein angenommene Vermuthung,Marco Polo selbst habe zu verschiedenen Zeiten verschiedenen Ab-schriften seines Werks Zusätze gegeben. Sie erklärt viele sonstunlösliche Räthsel, und hat nicht die mindeste Schwierigkeit, vor-ausgesetzt, dass er sein Werk in seiner Muttersprache in Händenhatte. Um so weniger reimt sie sich mit der Annahme eines latei-nischen Textes, den er selbst zu lesen und folglich auch zu ändernunfähig war. Mir scheint dieser meines Wissens noch nicht her-vorgehobene Widerspruch keinen der schlechtesten Gründe fürein italiänisches Original abzugeben. Ist das alles noch nichtentscheidend, so rechtfertigt es wenigstens den Vorzug, den mandem nach zahlreichen Handschriften corrigirten italiänischen Textdes Ramusio zu geben pflegt, und den ihm, nicht ganz consequent,sogar Zurla selbst, der eifrigste Vertheidiger eines lateinischenOriginals, einräumt. Doch will ich nicht unbemerkt lassen, dasseine der drei wolfenbütteler lateinischen Handschriften nach Lessing a. a. O bis auf geringe Differenzen eine auffallende Uebereinstim-mung mit Ramusio’s italienischem Text darbieten soll, dass Lessing in ihr das lateinische Original des Ramusio gefunden zu habenwenigstens vermuthete, dass er Proben daraus mittheilte, die vonallen sonst bekannten lateinischen Texten abweichen, und endlichdass diese Handschrift nach ihm noch von niemand näher unter-sucht, geschweige denn benutzt ward.