Band 
Vierter Band.
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Buch XIII. Kap. 4. §. 22.

oft komischen Missgriffen fehlt. Dann die Beschreibung, baldnach Dioskorides, bald nach Plinius , bald nach Serapion oderAndern, zuweilen auch, wenn sich keine ältere Beschreibung fand,vom Verfasser selbst. Nicht selten stellt er sogar mehrere Be-schreibungen vergleichend neben einander. Darauf folgen die so-genannten Qualitäten und zuletzt ein Verzeichniss der Krankhei-ten, gegen welche das Mittel empfohlen wird. Nur diese letzteAreola, wie es bei Ibn Sina heisst, ist stets durch ein mit grösse-rer Schrift vorgesetztes Posse, statt potestas oder virtus ausge-zeichnet, was zu wunderlichen Irrthümeru verleitete. Fabricius lie-ferte im XIII. Bande seiner Bibliotheca Graeca ein Verzeich-niss der von Matthäus Sylvaticus citirten Schriftsteller; darin stehtpag. 327: „P o s sedonius saepissime.“ Dieser Name kommtaber gar nicht vor, augenscheinlich hat ihn Fabricius aus jenemPosse, was er für eine Abbreviatur hielt, selbst gemacht. Konntedas einem Fabricius begegnen, so ist Sprengel zu entschul-digen, wenn er in der Seite 100 dieses Bandes angeführten Stelleseiner Geschichte der Botanik die beiden auf ähnliche Art erfun-denen Namen Aetor und Possidonius den von ihm tief verachtetenSchriftstellern des Mittelalters zum Vorwurf macht.

Vergleiche ich nun die Leistungen unsrer beiden Lexikogra-phen, so kann ich die Vorzüge der Pandekten vor der Clavis sa-nationis für ihre wie noch jetzt für unsre Zeit nicht in Abredestellen. Jene sind mindestens fünf bis sechs mal stärker als diese,geben daher oft Auskunft, wo diese schweigt. Als Heilmittellehrestehen jene auf ganz andrem Boden als diese, und lassen sich nurmit des Platearius Circa instans vergleichen, was sie weit über-treffen. Nur als Glossatoren und Kritiker der Nomenclatur sindSimon und Matthäus vergleichbar, aber Simon hatte die Bahn ge-brochen, Matthäus konnte gemächlicher auf ihr fortschreiten. Seltensucht er seinen Vorgänger zu widerlegen, wie cap. 120. Camelea;öfter benutzt er ihn stillschweigend. Ist es nicht komisch, wennSprengel in seiner Geschichte der Botanik den Simon Januensiskurz und verächtlich abfertigt, dem Matthäus Sylvaticus zwar aucherst viel Fehles nachgesagt, ihm dann aber zwei Bemerkungen