Buch XIII. Kap. 5. §.25.
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Deutsche übersetzt, und dann aufs neue ins Lateinische zurück-übersetzt sein. Nun weicht aber der lateinische ürtus sanitatisvon seinen vier lateinischen Vorbildern um kein* Jota ab. Daskann keine Rückübersetzung sein, oder das Wunder der siebzigDolmetscher hätte sich an dem profanen Buche wiederholt.
Ist damit das höhere Alter des Ortus sanitatis im Vergleichmit seinem deutschen Gefährten unwiderleglich bewiesen, so wirddie Zeit seiner Entstehung um so ungewisser. Dass Johannvon Cuba seine Uebersetzung gegen Ende des fünfzehnten Jahr-hunderts verfertigte, wissen wir; wie lange damals sein lateinischesOriginal bereits existirte, wird sich ohne den glücklichen Fundeiner datirten Handschrift schwerlich ermitteln lassen. Gleichwohlbilde ich mir ein, wenigstens eine leise Spur der Existenz desOrtus sanitatis vor dem Abdruck entdeckt zu haben, und zwar inder unverkennbaren Aehnlichkeit einiger seiner rein fingirten Ab-bildungen mit andern nicht ins grant Herbier en francoys über-gegangenen Zeichnungen der früher besprochenen HandschriftSecres de Salerne. Am auffallendsten spricht sich diese Aehnlich-keit aus zwischen! dem Holzschnitt, den der Ortus sanitatis vordas Kapitel 412 vom Santalum (der Gart der Gesundheit von 1493vor das Kapitel 374 Sandelholtz) stellt, und der Zeichnung, welchesich in der erwähnten Handschrift mitten im Text des Kapitelsvom Elleborus findet. Der Holzschnitt ist plump, die Handzeich-nung zierlich, aber in beiden bemerkt man nicht nur die gleicheStellung der Zweige und Blätter, sondern auch die ganz eigen-thümlich symmetrische Krümmung der letztem, mit dem wohl zubeachtenden Unterschiede, dass im Holzschnitt die rechte Seiteder Zeichnung zur linken, die linke zur rechten geworden ist. Eswäre ein sonderbarer Zufall, wenn grade die hierher verirrte Hand-schrift des Secres de Salerne dem Formschneider für den erstengedruckten Ortus sanitatis zum Muster gedient hätte. Viel lieberglaube ich, dass beide Werke lange, vielleicht über fünfzig Jahr,vor dem Abdruck existirten, und dass ein Briefmaler, indem erfür das Eine arbeitete, zufällig ein Exemplar des andern vor Augenhatte, und daraus einige Abbildungen ihm unbekannter Pflanzen