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Vierter Band.
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Buch XIV. Kap. 1. §. BO.

dass dieser Irrthum aus einer Verwechselung mit dem weitjüngernNiccolo Leonico Tommasi entsprungen war, so meinte Ang. Gabr.di Santa Maria nichts desto weniger ihn zu den Professoren jenerUniversität rechnen zu müssen, weil er unter denselben in denJahren 1462 bis 1464 den Namen Niccolo auf alten Monumentengefunden haben wollte. Aber „fides sit penes ipsum,“ sagt Facio-lati darüber in seiner Ilistoria gymnasii Patavini (pars II,pag. 105 nach Tirabosehi), und erklärt damit deutlich genug, dasser jene Monumente bezweifelt. Der berühmte Antonio MusaBrasavola , einer der Schüler unsres Nicolaus, der auch seineBiographie geschrieben, lässt ihn nach seiner Promotion eine Reisenach England machen; Andre wissen davon nichts. Ein mir un-bekannter Schriftsteller l’Alidosi (Dott. forast, pag. 57, bei Tira-boschi) macht ihn 1508 auf ein Jahr zum Professor der Medicin und griechischen Sprache zu Bologna. Allein seine zu Ferrara erhaltene Grabschrift, die mehr Vertrauen verdient, sagt aus, Ni-colaus sei daselbst nach sechzigjährigem Aufenthalt im Jahr1524 gestorben. Zu Ferrara hielt er wirklich erst mathematische,dann wenigstens bis 1510 philosophische Vorlesungen, und vondort aus sind auch die wenigen seiner Briefe, die sich erhielten '),geschrieben. Das schliesst jedoch kürzere Reisen nicht aus, undvon einer solchen, die er 1482 über Florenz nach Bologna machte, wissen wir mit Sicherheit. Im Juli 1482 schreibt ihm derdurch seine Gelehrsamkeit berühmte Fürst Giovanni Pico I) ellaMirandola, er bedaure, dass ihn ein anderer an ihn nach Flo-renz addressirter Brief, worin er ihn zu sich nach Mirandola ein-geladen, erst nach seiner Abreise von Florenz zu Bologna getroffen

1) In der schon citirten für die gesamir.te italiänische Literargeschichtedes Jahrhunderts wichtigen Sammlung Angel i Po liliani (et aliorum viroru inilluslrium) epistolarum lihri XII , im zweiten Buch. Meine Ausgabe hat dieSchlussschrift: Argentorati ex officina Schüreriana , Mense Augusto, AA'A. M. D.XIII. in 4. Ich finde sie weder bei Ebert noch bei Brunet. Jener hat nureine mir unbekannte Duodezausgabe von 1644, dieser gar keine. Ob sie indie Opera Politiani übergegangen ist, weiss ich nicht. Sie enthält Briefe vonmehr als 40 ungefähr gleichzeitigen italiänischen Gelehrten.

Meyer, Gesch. d. Botanik. IV. 15