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Vierter Band.
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Buch XIV. Kap. 1. §. 30.

Seine Arbeit unterscheidet sich von der seines Vorgängers Her-molaus Barbarus dadurch, dass letzterer mehr Wortkritik, Nico-laus mehr Sachkritik übte, dass jener die meisten Irrthümer, dieer im Plinius fand, den Abschreibern, dieser dieselben dem Plinius selbst zur Last legte; und das war es, was ihm die heftigstenGegner erweckte. Die Araber und Arabisten gab man ihm willigPreis, ihr Ansehen war seit dem Wiedererwachen der klassischenStudien tiefer und tiefer gesunken, so dass ihnen noch längeranzuhängen, für ein Zeichen mangelnder Bildung, ja für Barbareigalt. Doch sein Rütteln an der Auctorität des Plinius, der selbstzu den Klassikern gehörte, konnte man ihm nicht verzeihen. Eraber, wie sehr er mit Hermolaus über ihre gegenseitig abweichen-den Meinungen der Sache wegen, nicht aus Rechthaberei, zu ver-handeln wünschte, Hess nach dessen unerwartet frühem Tode dieAngriffe seiner übrigen Widersacher in philosophischer Gelassen-heit unbeantwortet. Und er that wohl daran, denn was er rechtgesehen, das hat sich die Wissenschaft doch angeeignet; was ergefehlt, würde seine Erwiederung nicht gerettet haben.

Es ist aber ein grosser Unterschied zwischen dem ersten undden drei folgenden Büchern. Im ersten giebt er die Irrthümerder Schriftsteller, die er bemerkt zu haben glaubt, zwar bestimmtgenug, aber kurz an. Im zweiten kommt er auf mehrere der schonbehandelten Gegenstände mit Rücksicht auf des Hermolaus Casti-gationen nochmals ausführlicher zurück, und beruft er sich nichtselten auf seine eignen in freier Natur gemachten Be-obachtungen. Im achten Kapitel sagt er ausdrücklich: „Curenitn nobis oculos et reliquorum sensuum opificia natura concessit,nisi ut ad prospiciendam investigandamque veritatem propriispossimus niti subsidiis?“ In gleicher Art geht es im dritten Hucheweiter, bis von cap. 24 an bis zu Ende anatomische Untersuchun-gen folgen. Das vierte Buch endlich beschäftigt sich wieder fastganz mit verschiedenen botanischen Irrthümern des Avicenna undseiner Ausleger. In beiden Büchern kommen häufig Bezugnahmenauf eigne Beobachtung vor. Dazu schreibt Nicolaus so flies-send und elegant, und zeigt überall bei der umfassendsten Gelehr-