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Vierter Band.
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Buch XIV. Kap. 2. §. 35.

Haller 1 ) von seinem Examen simplicium sagt: „ilescriptiones bre-ves, et solorum generum,“ so möchte ich lieber sagen: descrip-tiones vix ullae, nec nisi specierum quarundam. Und selbstdas bedarf noch der Einschränkung: nicht leicht wird man einembeschreibenden Zuge bei ihm begegnen, der nicht von den Altenerborgt wäre.

Zweites Kapitel.

Studium der klassischen Naturforscher ausser-halb Italien .

§• 35.

In Deutschland Graf Hermann von Neuenar und Euri-

cius Cordus.

So schnell und kräftig wie in Italien konnte sich das Studiumder klassischen Literatur, zumal der griechischen, in keinem andernLande wieder beleben. Ihnen allen fehlte dazu die Vorbereitungdurch eine hoch ausgebildete National-Literatur, die den Vorzugder alten vor [der mittelalterlichen Literatur erst recht fühlbarmachte; und als man den Unterschied beider endlich dennochempfand, waren die edelsten Schätze deutscher französischer undandrer Klosterbibliotheken längst nach Italien entführt. Auch hatteDeutschland derselben niemals so viele besessen wie Italien . Mitgelehrten Griechen, denen Italien so viel verdankt, kam man ausser-halb Italiens selten oder nie in Berührung, und fand daher ebenso selten Gelegenheit zur Erlernung der griechischen Sprache, wiezum Ankauf griechischer Handschriften. Es gehörte zu den Aus-nahmen, und fällt in eine verhältnissmässig späte Zeit (1495), dassder Grieche Johannes Lascaris (nicht zu verwechseln mit demältern Konstantinus Laskaris) nach Paris kam, und dort

J) Ilaller , bibliotheca botanica /, pag- 217,