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Buch XIV. Kap. 2. §. 35.
einige bedeutende Schüler heranbildete. So ward denn Italien die hohe Schule der Philologie für ganz Europa . Dahin ströme-ten die wissbegierigen Männer und Jünglinge aller Nationen, undstreuten den dort empfangenen Samen im Vaterlande wieder aus.So unterandern Rudolf Agricola aus Groningen , einer derersten deutschen Humanisten, der 1476 den Theodoros Gaza zuFerrara gehört hatte; so Johannes Reuchlin , der zweimal inItalien war; soDesiderius Erasmus, Ulrich von Hutten und viele Andere. Zu den Ausnahmen gehörte es, wenn sich Männerwie Joachim Camerarius der ältere, ohne Italien gesehenzu haben, als griechische Philologen hervorthaten. Selbst unsregrossen Mathematiker und Astronomen, Peurbach und Regio-montanus, hatten sich zwar nicht dasjenige Wissen, wodurch sieder Stolz der Nation wurden, doch ihre klassische Bildung ausItalien geholt.
Zu den ersten deutschen Humanisten und wenigstens Förderernder Botanik, wenn wir ihn nicht zu den Botanikern selbst rechnenwollen, gehört Graf Hermann von Neuenar, eins der letztenGlieder dieser mit ihm ausgestorbenen Familie. Hervorragenddurch seine Stellung als Domdechant und Kanzler der Universitätzu Köln, durch vielseitige Gelehrsamkeit und freisinnige Denkungs-art, durch seine Verbindung mit vielen der ausgezeichnetsten Männerseiner Zeit, mit Ulrich von Hutten, Joachim Camerarius dem ältern,Peutinger, Pirkheimer u. a., wie durch den Schutz und Beistand,den er Unbemittelten oder Verfolgten, wie namentlich auch demedlen Reuchlin in seinem Kampfe gegen Hoogstraten und Pfeffer-korn leistete, verdiente er vor andern ein dankbares Andenkenseiner Nation; gleichwohl sind die sehr zerstreuten Nachrichtenüber sein Leben und Wirken noch immer nicht gehörig zusammen-gestellt. Hier ist nicht der Ort, noch fühle ich mich befähigt,das Versäumte nachzuholen; denn Neuenar’s Leistungen für dieBotanik sind von geringer Bedeutung. Verdienter machte er sich
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um die Geschichte durch die von ihm besorgte erste Ausgabe derVita Caroli Magni von Eginhart , und um die alte medicinischeLiteratur durch seine Ausgabe des Theodorus Priscianus
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