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Buch XIV. Kap. 2. §. 35.
sein Aufenthalt in Ferrara spätestens ins Jahr 1490 fallen. Denndes Leonicenus Schrift de Plinii aliorumque erroribus erschien1491, und machte solches Aufsehen, dass sie in ihres VerfassersUmgebung sicher niemandem unbekannt bleiben konnte. Für dieseHypothese scheint mir auch die Nachricht bei Weiss zu sprechen,zum Kanzler der Universität (und Domprobst, denn beide Aemterwaren nach den Statuten der Universität unzertrennlich) wäreNeuenar 1524 erwählt. Diese Wahl träfe nach Weiss doch wohlzu früh in sein 33stes, nach meiner Annahme in sein 48stcs Lebens-jahr. Im Jahr 1530 wohnte er noch dem Keichstage zu Augsburg (bei Jöcher steht liegensburg) bei, und starb, wie wir sehen, balddarauf, also vermuthlich im Alter von 54, nicht 39 Jahren. Bianco ')stellt ihn an die Spitze der „eben so gelehrten als helldenkendenMänner, welche im sechzehnten Jahrhundert zu Köln als wohl-thätige Genien, als eifrige Verfechter und Freunde des klassischenAlterthums und einer geläuterten Philosophie bemüht waren, dieFinsterniss des Zeitalters zu durchbrechen, die Wissenschaften zupflegen, und ihr höheres Wissen denen mitzutheileu, die durchFleiss und Talent dafür empfänglich waren.“
Für die Botanik hat er nur so viel geleistet, dass man darausauf den Umfang und die Art seiner Kenntnisse auch in diesemFache schliessen kann. Er schrieb Adnotationes aliquotherbarum, abgedruckt, nebst dem erwähnten Schreiben an denBuchdrucker Schott als Vorrede, im zweiten Bande des schon mehr-mals genannten Werkes von Otto Brunfeis, Seite 1 IG bis 127.Sie handeln von 28 meist gemeinen Pflanzen des Dioskorides,deren Nomenclatur er kritisch zu berichtigen sucht. Der Vorredenach war es ursprünglich eine umfassendere Arbeit. Als er aberdas genannte Werk des Leonicenus kennen lernte, wodurch ihmVieles vorweg genommen war, wollte er lieber den grossem Theilseiner Schrift unterdrücken, als sich dem Verdacht des Plagiatsaussetzen. Angehängt ist den Adnotationen ein etwas breites