267
Buch XIV. Kap. 3. §. 38.
stirpium, des Mattioli, das heisst sein Commentar zuin Dioskoridesu. s. w. Um das, was wir ein Herbarium nennen, von jenenBüchern zu unterscheiden, führte man den Ausdruck Herbariumvivurn ein; doch selbst dieser Zusatz schützte nicht immer vorZweideutigkeiten. Emanuel König unterandern, der in seinemRegnum vegetabile quadripartitum, Basileae 1708 in 4. pag. 539sqq. de collectione plantarum vulgari, medica et astrologica einlanges Kapitel schreibt, erzählt darin; „Praecipue autem nototu di-gnissimum, quod circa pictas plantas refert Tournefortius, regisfratrem exquisito artificio herbarium vivum depictum possi-dere, nec secus ac tale Serenissimus rex Prussiae peregriniscommonstravit.“ Hier sind es also Handzeichnungen. Aber wenigeZeilen darauf lehrt er, wie man ein „Herbarium, ut vocant,vivum“ anzulegen und einzurichten habe; und nun gebraucht erdas Wort in unserm Sinn. Adrian Spigel gab die älteste mirbekannte Anweisung der Art in seiner Jsagoge in rem herbariam»Patavii 1606 in 4 pag. 79 sqq. Schon die Seite zuvor empfielter häufige Beobachtung der Pflanzen in freier Natur. „Des Wintersaber, fährt er fort, weil da beinahe alle Pflanzen umkommen, sodass ihr das nicht leisten könnt, müsst ihr die Wintergärten(hörtos hyemales) betrachten; so nenne ich die Bücher, worinman getrocknete Pflanzen auf Papier geklebt verwahrt.“Man sieht, die Sache musste noch neu sein, das Ding führte nochnicht einmal einen allgemein angenommenen Namen. Vor Spigelfinde ich gar keinen Namen dafür, wohl aber die Sache; und werdavon spricht, umschreibt sie, wie wir gleich sehen werden.
Ungefähr aus derselben Zeit kennen wir schon einige nichtunbedeutende, zum Theil noch vorhandene Herbarien, wie unterandern das des 1624 verstorbenen Kaspar Bauhin , welches zuBasel 1 ), und das seines vielgereisten Schülers, des LausitzersJoachim Burser in 30 Foliobänden, welches zu Upsala 2 ) auf-
1) Man sehe die Vorrede zu Hagenbach tentamen ßorae BasUiensis. fom./, Basil. 1821 pag. VI.
2) liolandi Martini dissertatio , qua plantae Martino-Burserianae e:cplicautui\in Linn a ei amoenitatis academicae , vol. /, pag. 299 .