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Vierter Band.
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Buch XIV. Kap. 3. §. 38.

bewahrt wird; doch je weiter wir zurückgehen, desto seltenerkommen sie vor und verschwinden bald ganz. Es war damalsoffenbar noch eine neue wenig verbreitete Erfindung. Zwar lesenwir oft, dass die bedeutenderen Botaniker einander seltene Pflanzenzuschickten, theils gezeichnet, theils in Natura; und wer sie ver-sandte, behielt wohl auch Exemplare davon für sich selbst zurück,besass also ein Herbarium; es fragt sich aber in welchem Zustandesich die versandten Pflanzen befinden mochten. So spricht z. B.Mattioli in der Dedicationsschrift schon der altern, mehr nochder neuern Ausgaben seines Commentars zum Dioskorides, unterandern in den Ausgaben von 1554 und 1565, von Pflanzen, dieihm von verschiednen Seiten zugeschickt waren; aber so unbestimmt,dass man nicht weiss, waren es wirklich kunstmiissig eingelegteExemplare? oder zusammengeballte, wie die Droguen der Apotheker?oder waren es lebendige Pflänzlinge? oder nur Samen? oder gar nurZeichnungen? oder Beschreibungen? In einem Briefe an Maranta 1 )sagt er aufrichtig: „Non negaverim pluresme dedisse plantaruni ima-gines, quae e siccis plantis ad me transmissis delineari curaverim; sedaffirnniverim etiam, quod aquae gelidae maceratione contractas csiccitate rugas adeo in iis extenderim, ut hac ratione redivivae etparum admodum a viridibus distantes viderentur.“ Das könnteauch ein neuerer Botaniker sagen, nachdem er Biumen- und Frucht-analysen gemacht, ohne dass man daraus auf einen schlechten Zu-stand der Exemplare schliessen dürfte; bei Mattioli, der auf diegenaue Darstellung der Fructificationsorgane so wenig gab, schliesseich daraus, dass die übersandten Pflanzen gar nicht gehörig ein-gelegt, sondern bündelweis getrocknet waren. In einem andernBriefe an Georg Marius 2 ) 1558, also zwei Jahr nach Lu ca Ghi-ni’s Tode geschrieben, spricht er von der ausserordentlichenLiberalität, womit dieser grosse Pflanzenkenner sein Werk unter-stützt habe, und erzählt: „cum is decrevisset Volumina quaedam,

1) Mattioli opera, eilicl. C. Bau h i nun.IV j pag. 169.

2) X. c, /('6er 111 , pag. 116,

Epistolarum metlicinaHum Uber