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Vierter Band.
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Buch XIV. Kap. 3. §. 39.

der andern zu vertauschen sich genöthigt glaubte; und die natür-lichste Veranlassung dazu konnte der Tod des Cardinais Gonzagaim Jahr 1483 geben. Das entspricht der gewöhnlichen Meinungder Bibliographen, die das Buch zum Theil 1484, zum Theil kurzvor 1484, also wenigstens beinahe gleichzeitig mit dem mainzerAggregator practicus, erschienen sein lassen. In seiner Vorrederühmt sich de Lignamine, den Apulejus Platonicus, diesen kürzlichzu Monte Cassino entdeckten Schriftsteller, zuerst bekannt zumachen; und noch jetzt wird die Handschrift desselben, wie unsTornabene belehrt, zu Monte Cassino aufbewahrt. Sie gehört inszehnte Jahrhundert, und die Abbildungen der Pflanzen sind mitder Feder hineingezeichnet. Wie sie beschaffen sind, erfahren wirleider nicht. Aber von den Holzschnitten der Ausgabe sagtTomabene selbst, sie entsprächen der Zahl der vorkommendenPflanzen, wären schlecht gezeichnet, einige mit, andre ohneBlumen, und man könne schwer errathen, welche Pflanzensie vorstellen sollten. Für mittelmässig hält er 1. Betonica,5. Ocimum, 25. Chamaedrys, 43. Scilla, die übrigen für schlecht.Ganz missrathen sein sollen 70. Nymphaea, 74. Verbascum und122. Mentha. Also unter weit über hundert, vier mittelmässigeAbbildungen! Das ist noch weniger als im Buch der Natur. Un-möglich kann ich daher diesem Apulejus einen höhern Bang ein-räumen, unmöglich zugeben, dass er, wie Moretti will, die erstenwahrhaft natu r geschichtlichen Pflanzen ab bildungenenthalte. Endlich wäre in Bezug auf die Nationalehre noch zuuntersuchen, ob der Formschneider, dessen sich de Lignaminebediente, ein Italiäner oder ein Deutscher war. Mit Sicher-heit wird sich das schwerlich ermitteln lassen. Indess sagt Heller l ),dessen Urtheil hier von Gewicht ist: „Da die Deutschen in allendiesen Ländern (Italien, Frankreich, Spanien, England, Ungarn )zuerst die Buchdruckerkunst verbreiteten, so war es sehr natür-lich, dass sie mehrere Arbeiter, welche sie dazu bedurften, aus

1) Jos . Heller , Geschichte der Holzschneidekunst. Hambetg 1823 in t.,Seite 53 und 55.