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Buch XV. Kap. 1. §. 44.
Von seiner Uebersetzung des Myrepsos und seinem werth-vollen Commentar dazu sprach ich im vorigen Bande Seite 382.
§• 44.
Eine glänzende, nur zu flüchtige Erscheinung war des Euricius Cordus Sohn Valerius . Geboren 1515 wie sein Vater zu Sie-mershausen (wiewohl wir von einem spätem Aufenthalte des Vatersan diesem Orte nichts wissen), und vom Vater selbst aufs sorg-fältigste erzogen, beendigte er seine medicinischen Universitäts-studien zu Wittenberg , wo er eine innige Freundschaft mit demberühmten breslauer Arzt Crato von Kraft heim schloss, demwir eine kurze Skizze seines Lebens in einem Schreiben an IvonradGesner verdanken. Melchior Adam 1 ) lässt ihn schon 1529, alsoim Alter von 14 Jahren, zugleich mit Crato eine Vorlesung Me-lanchthons über den Nikandros hören. Das ist ein Rechnungsfeh-ler. Crato selbst sagt in dem Schreiben an Gesner von 1559,vor 20 Jahren, also 1539, hätte er mit Valerius Cordus jenenVorlesungen beigewohnt Seine erste schriftstellerische Thätigkeitfällt indess in eine frühere Zeit, schon 1535 erschien die ersteAusgabe seines so oft wieder abgedruckten Dispensatoriumpharmacorum omnium, Norimbergae in 8., der ältesten gesetzlichvorgeschriebenen Pharmakopoe in Deutschland . Bald nach Been-digung seiner eignen Universitätsstudien trat er auch selbst alsDocent auf, und erklärte zu Wittenberg dreimal den Dioskorides,ohne sich dabei eines Hefts zu bedienen, mit solchem Beifall, dassauch ältere Männer, z. B. der drei Jahr ältere nachherige königs-berger Professor Andreas Aurifaber , daran Theil nahmen.Noch eifriger als in den Schriften der Alten forschte er in derNatur selbst, und durchwanderte zuerst die vornehmsten GebirgeMitteldeutschlands , das Erzgebirge , den thüringer Wald und denHarz als Botaniker nicht nur, sondern auch als emsiger Mineraloge,
1 ) Meich. Adami vitae medicor. Germanicor. pag.