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Buch XV. Kap. 1. §. 43.
Fügte ein neuerer Künstler die nüthigen Analysen der Blumenund Früchte hinzu, viele der Bilder könnten sich noch heute denbesten, die wir besitzen, zur Seite stellen. Ileller’s ') wunderlicherGrille, die verkleinerten Copien der üctavausgaben in Hinsicht derKunst noch höher zu schätzen als die grqssen Originale, wieder-sprach mit vollem Recht schon Treviranus 1 2 ).
"Wetteifert Fuchs auf solche Weise mit Brunfeis, dessenBilder den seinigen am nächsten kommen, so wetteifert er hinsicht-lich der Beschreibung mit Bock, übertrifft auch ihn vielleicht,wiewohl minder entschieden. Seine Beschreibungen sind methodi-scher, dagegen nicht so malerisch und lebendig wie die seinesVorgängers. Man merkt an vielen, dass sie auf dem Zimmer ge-macht wurden, und nicht ohne Benutzung seines Vorgängers.Das gilt aber nur von denen der deutschen Ausgabe; die derlateinischen sind meist kürzer, oft wörtlich denen der Altennachgebildet, und mit Bock’s Beschreibungen nicht zu vergleichen.Uebrigens blieb die Kunst des Beschreibens, alles Fortschrittsungeachtet, in diesem Zeitalter und lange nachher noch immer inder Kindheit, während sich die des Holzschnitts mit Fuchs schonihrem Gipfel näherte. In der Kritik der Xomenclatur der Alten,wie überhaupt an Gelehrsamkeit steht Fuchs entschieden überseinen beiden Vorgängern, wdewohl er auch auf diesem Feldeseinen Nachfolgern noch eine reiche Erndte übrig liess, und inden Beschreibungen der Alten noch immer viel zu dreist mancheihnen völlig unbekannte deutsche Pflanze zu erkennen glaubte,weshalb ihn besonders Tournef'ort bitter tadelt. Etwas über 500Pflanzen enthält das Werk, so weit wir es besitzen; darunter be-finden sich über 400 in Deutschland wild wachsende, nebst etwa100 Pflanzen aus Gärten oder aus fremden Gegenden. Und erlegt in der Epistola nuncupatoria besondern Werth darauf, auchdie aremeinsten deutschen Pflanzen nicht vernachlässigt zu haben.Auch sein Werk bildet daher vorzugsweise einen Beitrag zurdeutschen Flora.
1 ) Ile Hers Geschichfe der Holzschneidekunst , Seite 142.
* 2 ) Treviranus , die Anivendnny des Holzschnitts h. s. u\ Sette 14.