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Buch XV. Kap. 2. §. 51.
sich zum Dictator in der "Wissenschaft aufwarf, schwer verzeihen.Auch mit dem friedfertigen Gesner war er über das AconitumPardalianches uneins geworden, und in einem wunderlichen Ge-misch von Lobeserhebungen und groben Beleidigungen machte erihm das Vergehen eine eigne Meinung haben zu wollen zum Vor-wurf)• Ebenso Verführer mit Maranta, mit Guilandinusund Andern. Das sind Flecken, wovon ihn zu reinigen Morettisich vergebens bemüht und je strafloser ihm zu seiner Zeit seinebürgerliche Stellung und ein nicht unbegründeter Ruhm Andre zumisshandeln, ja zu unterdrücken gestattete, desto mehr ist derHistoriker das Recht gegen ihn wieder herzustellen verpflichtet.Auch dem Literarhistoriker liegt dieselbe Pflicht ob; kann ernicht nachweisen, wde des Mannes Charakter seine schriftstellerischenLeistungen afficirte, so ist doch, dass sie davon afficirt werdenmussten, unverkennbar.
§. 51 .
Aluigi Anguillara.
In bescheidnerem, aber reinerem Lichte glänzt Mattioli's ver-muthlich jüngerer Zeitgenosse Aluigi (oft auch Luigi, das istbeides Alcysius) Anguillara , von dessen Lebensverhältnissen wirwenig wissen. Das Jahr seiner Geburt ist unbekannt, der Ortderselben zweifelhaft. Seine Zeitgenossen nennen ihn einen Römer,und die Angabe Späterer, er sei zu Ferrara geboren, hat keinenGrund. Ob er aber aus Rom selbst oder, wie Apostolo Zeno beiTiraboschi 1 2 ) vermuthet, aus dem Städtchen Anguillara im Kirchen-staat herstamme, ist ungewiss. Auch von dem Gange seiner Aus-bildung wissen wir nur, dass er grosse Reisen gemacht. Haller 3 )nennt ihn den Ersten seiner Nation, der den Gedanken ausführte,die Pflanzen der Alten in den Ländern der Alten selbst wieder
1 ) M atthioli commentarii in Dioscoridem lib. IV, cap. 73, pa/j. 108'J edit.Venet, anni 1565 .
2 ) Tirakosci I. c, pay . 11.
3 ) Haller , bibliofkeca botanica l f pay. 529»