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Buch XV. Kap. 2. §. 51.
aufzusuchen. Ich setze hinzu: nach dem Wiedererwachen derklassischen Studien; denn in früherer Zeit hatte schon SimonJanuensis, wiewohl mit geringem Erfolg, denselben Gedankenausgeführt. Anguillara war ganz Italien durchreist, von den AbruzzenNeapels bis nach Venedig , nebst Sicilien Sardinien und Corsica,die südliche Schweiz und Südfrankreich, ferner Dalmatien, Illyrien ,Slavonien, Macedonien, Griechenland bis nach Moren hinab, Cypern,Kreta , Corfu und mehrere griechische Inseln. Aus all diesenLändern «heilt er selbst in seiner gleich zu nennenden Schriftzahlreiche botanische Beobachtungen mit; doch wann er sie bereiste,wie lange er in jedem verweilte, wissen wir wieder nicht. LängereZeit scheint er sich auf Kreta aufgehalten zu haben; denn dendortigeu Apotheker Costantino Rodioto (aus Rhodos ) nennter seinen theuren Freund, und an einer andern Stelle il miocarissimo Maestro*)- Um Bologna botanisirte er 1539 1 2 ), umPisa 1544 und 1545, bei welcher Gelegenheit er auch mit LucaGhini verkehrte 3 ). Ausser Costantino ist Luca Ghini der ein-zige, den er, so oft er von ihm spricht 4 ), mit dem AusdruckMaestro bezeichnet, während er andre Gelehrte mit Messer(Monsieur) abzufinden pflegt; daher ihn Tiraboschi auch als Ghini’sSchüler betrachtet. Andrer Meinung ist Du Petit Thouars, derVerfasser des Artikels Anguillara in tom. II der Biographie uni-verselle; weder den Costantino noch den Ghini will er als An-guillara’s Lehrer gelten lassen, sondern den Ausdi'uck Maestroeinfach als maitre un tel, wie das zu sagen damals Sitte gewe-sen, verstehen. Scheint mir das auch in Bezug auf Costantinobedenklich, so pflichte ich ihm in Bezug auf Ghini um so lieberbei. Denn niemals nennt er denselben wie den Costantino ilmio Maestro, sondern nur Maestro Luca di Imola oder il Eccellen-tissimo Maestro Luca Ghini , und einer solchen Auszeichnung vorandern Gelehrten war ö >r avu Ghini, das Orakel der Botaniker
1) Anguillar a semplici pag. 36 und 120.
2) L. c. pag. 302.
3) L . c. pag. 64 und 241.
4) Ausser den beiden vorstehenden Stellen, auch pag. 127 . 130. 272.