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Vierter Band.
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Buch XV. Kap. 3. §. 55.

475 Kapitel mit eben so vielen Holzschnitten. Die Erklärung derAusdrücke steht vorn, und die Abhandlung vom Harn fehlt.

Noch unbedeutender scheint folgendes Buch zu sein, worüberPulteney 1 ) sehr kurz hinweggeht: a lyttel Ilerbal of the pro-perties of Ilerbs etc. by Anthonye Asham Physician. London 1550 in 12. Es scheint mehr Astrologie als Botanik zu enthalten.Nur eine neue Auflage desselben ist wahrscheinlich: a Boke ofthe Properties of Ilerbs, called an Herball etc. London by W.Copland, ohne Jahrszahl, in 12.

Nun erst trat William Turner auf, der erste englischeOriginalschriftsteller über Botanik. Geboren zu Morpeth in North-umberland, — das Jahr ist unbekannt, — ward er mit Unterstützungdes Sir Thomas Wentworth zu Cambridge im Pembroke Collegerzogen, und ist als Student daselbst 1538 verzeichnet. ErstudirteTheologie und Aledicin, eine damals vornehmlich unter Protestan-ten nicht seltene Verbindung, und ward als Theologe einer dereifrigsten Vertheidiger der Reformation. Der Bischof Gardinerliess ihn deshalb eine Zeit lang einkerkern. Wieder in Freiheitgesetzt, verliess er England, und kehrte erst nach dem Tode KönigHeinrichs VIII. im Jahr 1547 dahin zurück. Den grossem Theildieser Zeit verlebte er zu Köln , hielt sich aber auch in mehrcrnandern Städten bald länger bald kürzer auf, namentlich zu Basel und zu Ferrara , wo er die medicinische Doctorwürde erwarb (nachSprengel irrig zu Padua ). Auch Lu ca Ghini’s Vorträgen zuBologna wohnte er bei, und mit Konrad Gesner in Zürich schloss er eine innige Freundschaft. Nach der ThronbesteigungEduards VI. im Jahre 1547 kehrte er nach England zurück, wardLeibarzt des Protectors Herzogs von Sommerset, und erhielt ver-schiedene reich dotirte geistliche Pfründen, einePräbende zu York ,ein Canonicat zu Windsor und die Dechanei Wells. Die deutscheUebersetzung Pulteney’s lässt ihn um diese Zeit auch Doctor derMedicin zu Oxford werden, was er bereits in Ferrara gewordenwar. Ich weiss nicht, ob das ein Versehen des Verfassers, odereine der vielen Ungenauigkeiten seines Uebersetzers ist. Als 1553

1) Daselbst Seite 40.