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Buch XV. Kap. 5. §. 63.
liegende unbeachtet gelassen. Auch gleicht der ganze Zuschnittseines Werks bis in die einzelnen Kapitel hinein fast zu sehr seinemVorbilde, dem Theophrastos. Sein erstes Buch entspricht derIlistoria plantarum, sein zweites dem Werk de causis plantarum.
War aber nicht schon das ein Verdienst, die viel zu sehr vernach-lässigten Untersuchungen des Theophrastos , von dem man fastnichts beachtete als die beiläufig hie und da vorkommenden Be-schreibungen einiger besonderer Pflanzen, den Zeitgenossen ein- \
mal wieder vorzuführen? diese aus der Zerstreutheit, in der siesich gefielen, zur Concentration des Gedankens zurückzurufen?
Eine Uebersetzung des Theophrastos konnte das nicht leisten.
Eine solche besass man längst, man las jenen grossen Meister auchwohl einmal in der Ursprache, aber man benutzte ihn nicht. Esbedurfte einer neuen Ueberarbeitung, die auch auf spätere Beob-achtungen und Meinungen Rücksicht nahm; und eine solche lieferteCosteo. Es ist unbillig zu behaupten, er gäbe nichts Eigenes;gar nicht selten trifft man auf Stellen, in denen er sogar seinemMeister zu widersprechen wagt. Dabei geht er methodischer zuWerk als jener, vervollständigt ihn durch manche jenem noch un-bekannte Thatsache, z. B. über die periodischen Blattbewegungenmancher Pflanzen nach Cristobal Akosta, und füllt, so gut er kann,manche kleine Lücke aus, die jener gelassen. Kurz er hat einLehrbuch der allgemeinen Botanik geschrieben, dem zwar dieWerke des Theophrastos zum Grunde liegen, das sich aber inmanchen Punkten auch frei bewegt, und hat geleistet, was aufdiesem Wege zu leisten die Zeit ihm gestattete. Will man seinWerk richtig schätzen, so vergleiche man es mit den ersten Kapitelnder Historia stirpium des Ruellius, und man wird den Fortschrittbei Costeo nicht verkennen. Bücher solcher Art sind für jedeWissenschaft von Zeit zu Zeit Bedürfniss. Sie pflegen sich nureines kui’zen Lebens zu erfreuen, sind aber zu ihrer Zeit oft vonweit grösserer Wirkung, als diejenigen, die sich reine Beobachterzu sein rühmen, sich selbst und Andern eingestehen. Zu bedauernist nur, dass Costeo Albert den Grossen nicht kannte; doch werzu seiner Zeit kannte und benutzte ihn?
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