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Der Firsternhimniel und seine tägliche Bewegung.
Nm das Instrument vor dem Einfluß der Witterung zu schützen, ist es miteinem gewöhnlich halbkugclförmigcn Dache überdeckt, welches eine durch Klappenverschließbare Ocffnung 0 hat. Das ganze Dach ruht auf Rollen, so daß man esleicht mit Hülfe der Kurbel R um seine vcrticale Axe drehen und die Ocffnung' ^ 0 nach der Seite des Himmels, hinbringen kann, welche man gerade beob-
achten will.
Die am Aequatorialinstrnmcnt gemachten Messungen sind bei Weitem nichtder Genauigkeit fähig, wie die im Meridian am Passageinstrument und Meri-diankreis gemachten; man wendet deshalb auch das Aequatorialinstrnmcnt zurOrtsbestimmung von Gestirnen am Himmel nur dann an, wenn die Umständeeine Beobachtung im Meridian nicht erlauben. Das Aequatorialinstrnmcntleistet aber dem Astronomen noch andere sehr wesentliche Dienste. Bei einemstark vergrößernden Fernrohre erscheint auch die Gcschwindigkeii vergrößert, mitwelcher die Gestirne in Folge ihrer täglichen Bewegung fortschreiten, und inganz kurzer Zeit ist das Gesichtsfeld des Fernrohrs durchlaufen; man muß alsofortwährend verrücken, und zwar in verticaler und horizontaler Richtung, um■ den Stern nicht aus dem Gesichtsfelde zu verlieren. Bei dem Aequatorial-
instrumentc ist es nun ungleich leichter, dem Gestirne zu folgen. Ist einmal dasFernrohr des Instrumentes auf einen Stern gerichtet und dann der Deelina-tionskrcis festgestellt, so daß sich die Neigung des Fernrohrs gegen die Are A, jt nicht mehr ändern kann, so wird bei einer Umdrehung um die Are A die Visir-linie des Fernrohrs am Himmelsgewölbe einen Kreis beschreiben, welcher mitder Bahn des Sternes zusammenfällt; es bedarf also nur einer langsamen Dre-hung um die eine Are A, um das Gestirn im Gesichtsfelde zu behalten.
Die fragliche Drehung um die Axe A muß von der Art sein, daß in einerMinute (Stcrnzeit) der Drchungswinkcl ss'^o, in einer Stunde 15» beträgt, daßalso zu einer vollständigen Umdrehung 24 Stunden Stcrnzeit nöthig sind. Umeine gleichförmige Umdrehung um die Axe A hervorzubringen, hat man beigrößeren Acquatorialinstrumentcn in der That die Axe A mit einem Uhrwerke inVerbindung gebracht, so daß das Fernrohr der Bewegung des Gestirnes folgt,welches man beobachten will.
Fig. 24 und Fig. 25 (a. f. S.) sind zwei Ansichten eines transportabel»Aequatorialinstrumcntcs. Das Fernrohr ist zunächst um die Axe cd drehbarund die Größe der Drehung kann auf dem Dcclinatiouskrcisc AA abge-lesen werde». Die Axe cd selbst aber ist wieder um die Are ab drehbar unddiese Drehung wird aus dem getheilten Kreise BB abgelesen werden, welche derAequatorialkrcis genannt wird. Bei gehöriger Aufstellung des Instrnmcn-i - tcs ist die Axe ab parallel mit der Weltaxe und also der auf ab rechtwinklig
i stehende Kreis B B parallel mit dem Aequator. Auch die Axe c d steht recht-
winklig auf ab, sie bleibt also ebenfalls stets der Aequatorialebcne parallel.
' Vor allen Dingen kommt es nun darauf an, daß man die Axe ab leicht und
1 sicher in die gehörige Lage bringen kann. Zunächst ist der ganze obere Theil
des Instruments um die horizontale Axe fg drehbar, so daß man die Neigungl der Axe ab gegen den Horizont nach Belieben ändern kann. Die Größe dieser
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