Ach tce Kapitel.
Ortsverändernngen der Firsterne.
Fortschreitende Bewegung einzelner Sterne am Fixstern- 97Himmel. Wir haben bisher den Firsternhimmel als den unveränderlichen Hin-tergrund betrachtet, auf welchem wir die Bahnen der Sonne, des Mondes, derPlaneten und Kometen projicirt erblicken. Zwar haben wir bereits gesehen,daß die Länge sämmtlicher Gestirne in Folge des Rückganges der Aeguinoctial-punkte fortwährend zunimmt, daß auch die Breite derselben in Folge der Nuta-tion veränderlich ist; daß also weder die Erdare »och die Ebene der Erdbahneine unveränderliche Lage im Welträume haben. Bei allcdcm könnten aber dochwenigstens die Firsterne unter sich eine absolut unveränderliche Stellung gegeneinander habe»; allein auch das ist nicht der Fall, obgleich die hierher gehörigenVerschiebungen so gering sind, daß sie erst nach Verlauf von Jahrhunderten einenamhafte Größe erreichen, und in kürzeren Zeiträumen nur durch Beobachtungenvon der äußersten Genauigkeit nachgewiesen werden können.
Halley suchte zuerst eine solche Ortsveränderung am Sirius, Aretnrnsund Aldebaran darzuthun, und in der That steht gegenwärtig Aretnrus um 2' 2Vollmondbrciten von der Stelle entfernt, welche er zu Hipparch's Zeiten ein-nahm.
Seitdem man überhaupt die Sternörtcr genauer zu bestimmen im Standeist, hat man eine solche langsam fortschreitende Srlsvcränderung auch noch fürandere Sterne nachgewiesen; zunächst geschah dieses von W. Herschcl,welcher seine eigenen Beobachtungen mit denen Flamsteed's verglich, und na-mentlich durch Bessel's und Argelander's Vergleichung von Bradlcy'sStcrnpositionen für 1755 mit neueren Stcrnkatalogen.
Diejenigen Sterne, an welchen man bis jetzt die größte eigene Bewegungbeobachtet hat, sind:
2151 Puppis des Schiffes, sechster Größe, mit einer fortschreitenden Be-wegung von 7,87 Secunden jährlich; e lncki, erleidet eine jährliche Verschiebungvon 7,74", und ein Stern siebenter Größe auf der Gränze der Jagdhunde und