•233
Las Licht der Himmelskörper und seine Verbreitung im Welträume.
Daß der Mond und die Planeten uns nur reflcctirtes Sonnenlicht zu-senden, geht vorzugsweise auch daraus hervor, daß das Licht des Mondes undder Planeten bei prismatischer Zerlegung die Fraunhofer'scheu Linien geradeebenso zeigt, wie das Sonnenlicht selbst, während die Gruppen der dunklenLinien im Spcctrum des Sirius und anderer Fixsterne in ganz anderer Weisevertheilt sind.
Milchstraße , Nebelflecken und Sternhaufen. Wenn man bei 108vollkommen durchfichtiger Luft in einer mondfreicn Nacht den Himmel betrachtet,so erblickt man auf dem schwarzblauen, mit Sternen übersäetcn Hintergründeeinen zarten weißen Ncbclstrcifcn, welcher bei unregelmäßiger Bcgränzung mitwechselnder Breite durch eine ganze Reihe von Sternbildern hindurchzieht.
Man kann seinen Lauf auf den Sternkarten Tab. III. und Tab. IV. verfolgen.
Er zieht östlich vom Sirius vorüber, geht zwischen dem kleinen Hunde und Orionhindurch nach den Sternbildern des Perseus und der Cassiopea, läuft fernerdurch die Sternbilder des Schwans, des Adlers, des Ophinchus und des Scor-pions, um endlich nach der Stelle wieder zurückzukehren, an welcher wir ihnzuerst betrachtet haben.
Dieser neblige Streifen, welcher den Namen der Milchstraße führt, bildetalso einen zusammenhängenden Ring, welcher das ganze Himmelsgewölbe inzwei nicht ganz gleiche Theile scheidet. Vom Schwan bis über den Schwanz desScorpions hinaus theilt sich die Milchstraße in zwei neben einander herlaufendeStreifen, welche einen dunklen ncbelfreicn Raum insclartig einschließen.
Außer dieser in günstigen Nächten leicht aufzufindenden und zu verfolgendenMilchstraße zeigt sich aber am Himmelsgewölbe noch eine große Anzahl kleinernebliger Flecken, von denen aber nur wenige, wie z. B. der Nebelfleck in derAndromeda, durch sehr gute Augen ohne Fernrohr wahrgenommen werden können,weshalb sie denn auch im Alterthume der Beobachtung ganz entgingen.
Simon Marius entdeckte im Jahre 1612 den ersten Nebelfleck, nämlichden nahe bei dem Sterne v der Andromeda stehenden, welcher Fig. 149 abge-
Fig. 149.