Band 
Lehrbuch der kosmischen Physik.
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Verbreitung der Wärme auf der Erde.

Die Differenz des täglichen Maximums und Minimums beträgt im Mittel6.2° R.

Im Januar ist der normale Gang der täglichen Wärmeschwankungen einganz anderer. Das Minimum der Wärme findet gleichfalls zurZeit des Sonnen-aufgangs Statt, welcher aber jetzt auf eine weit spätere Stunde fällt, dasMaximm»ungefähr um 1 Uhr Nachmittags. Das tägliche Maximum ist aber im Durch-schnitt nur um 2° höher als das tägliche Minimum.

Dieser Gang läßt sich leicht erklären. Von Sonnenaufgang bis gegenMittag, während die Sonne immer höher steigt, empfängt die Erdoberflächemehr Wärme als sie ausstrahlt, die Temperatur der Atmosphäre muß also steigen.Zur Mittagszeit ist jedoch die Temperatur der Erdoberfläche noch nicht so hoch,daß die Wärmestrahlung gegen den Himmelsraum der Insolation während dernächsten Stunden, in welchen die Sonne nur sehr langsam von ihrem höchstenStande herabgeht, gleich käme- die Temperatur der Luft muß also noch steigen,bis die Erwärmung durch Insolation und die Erkaltung durch Wämcstrahlungeinander gleich find. Dies findet im Sommer ungefähr um 2 Uhr, im Winterum 1 Uhr Nachmittags Statt. Von dieser Zeit an überwiegt bei fortwährendabnehmender Insolation die Wärmestrahlung mehr und mehr, bis mit demnächsten Sonnenaufgange ein neues Steigen der Temperatur beginnt.

An manchen Orten leidet der normale Gang der täglichen Wärmevariationcndurch örtliche Einflüsse, z. B. durch Windströmungen u. s. w., regelmäßige Stö-rungen, durch welche die Zeit des Marimums etwas verrückt wird.

Die Größe der mittleren täglichen Tcmperaturveränderung ist, wie wirbereits gesehen haben, nicht für alle Monate dieselbe; sie beträgt zu München im Januar 2°, im Juli 6,2°. Ebenso ist die Größe dieser mittleren täglichenVeränderung an verschiedenen Orten nicht dieselbe, wie man aus folgenderTabelle erficht, welche diese Größe für verschiedene Orte und die zwölf Monatedes Jahres angiebt.