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Das Luftmeer, sein Druck und seine Strömungen.
deutenden Schwankungen so unregelmäßig, daß man auf den ersten Anblickdurchaus keine periodischen Veränderungen wahrnehmen kann, während selbstaus ganz rohen Beobachtungen des Thermometers sich alsbald sowohl eine täg-liche als eine jährliche Periode im Gange der Temperatur nachweisen läßt.
Um entscheiden zu können, ob mitten in den beständig stattfindenden zufälligenSchwankungen des Barometers sich nicht auch ein periodisches Steigen und Fal-len geltend macht, muß man die Mittelzahle» einer großen Reihe von Baromc-tcrbeobachtunge» mit einander vergleichen, welche regelmäß g zu bestimmten Stun-den des Tages angestellt worden find. Wenn man einen Monat lang dasBarometer an mehreren bestimmten Stunden des Tages beobachtet und dasMittel aus allen zu derselben Stunde gemachten Beobachtungen nimmt, so reichtdies hin, um die Existenz einer täglichen Periode der Barometerschwankungcnauch für unsere Gegenden zu beweisen. Die Tabelle auf Seite 358 enthält dieResultate einer 20jährigen von Bouvard auf der Sternwarte zu Paris ange-stellten Reihe von Barometcrbeobachtungen; sie giebt die auf 0« reducirten Ba-rometerstände in Millimetern an. Die Bcobachtungsstundcn waren 9 Uhr Mor-gens, 12 Uhr Mittags, 3 Uhr Nachmittags und 9 Uhr Abends.
Die erste Columne dieser Tabelle enthält die Angabe der Bcobachtungs-jahre; dann folgt die Angabe des in jedem Jahre beobachteten höchsten undtiefsten Barometerstandes. Die für eine jede Beobachtungsstunde angegebenenZahlen sind das Mittel aus allen zu dieser Stunde im Laufe eines Jahres ge-machten Beobachtungen; so ist z. B. 754,389 das Mittel aus allen im Laufedes Jahres >8!9 um 3 Uhr Nachmittags beobachteten Barometerständen.
Man sieht aus dieser Tabelle, daß die für die verschiedene» Bcobachtungs-stundcn gefundenen jährliche» Mittel ungleich sind; sie haben durchgängig denhöchsten Werth für 9 Uhr Morgens, den niedrigsten um 3 Uhr Nachmittags; esspricht sich darin entschieden ein periodisches Sinken und Steigen aus; die nichtperiodischen Schwankungen unberücksichtigt gelassen, sinkt demnach das Baro-meter ungefähr von 9 Uhr Morgens bis 3 Uhr Nachmittags, um dann wie-der zu steigen. Um 9 Uhr Morgens steht das Barometer im Durchschnitt um0,775 Millimeter höher als um 3 Uhr Nachmittags.
Die Amplitude der periodischen Schwankungen ist dieser Tabelle zufolgesehr gering im Vergleich zu den unregelmäßige» nicht periodischen Schwankun-gen; denn im Durchschnitt ist der höchste Barometerstand im Laufe eines Jahres773,5 Millimeter, der niedrigste 731 Millimeter, ihre Differenz also 42,5 Milli-meter, während die Differenz des täglichen Marimums und Minimums nur0,775 Millimeter beträgt.
Um den Gang der täglichen Barometerschwankungen gehörig verfolgen zukönnen, muß eine Zeitlang wenigstens bei Tage stündlich das Barometer beob-achtet werden. Die meisten Beobachtungsreihcn dieser Art sind jedoch des Nachtsnicht fortgesetzt; man kaun aber mit ziemlicher Sicherheit aus den am Tage ge-machten Beobachtungen auf den Gang des Barometers in der Nacht schließen.
Die Tabelle auf Seite 359 enthält die Resultate solcher Beobachtungs-reihen, welche an verschiedenen Orten angestellt wurden.