Band 
Lehrbuch der kosmischen Physik.
Seite
493
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Der Erdmagnetismus. 493

Der Maßstab der Figuren 269 bis 272 ist derselbe wie der Maßstab derFig. 268, und alle zum Verständniß der Fig. 268 gegebenen Erläuterungengelten auch für diese Figuren.

Es versteht sich wohl von selbst, daß im Lauf einer Stunde der Gang derDeclinationsnadcl nicht etwa ein gleichförmiger ist. wie es in unseren Figurendie geraden Linien andeuten, welche je zwei auf einander folgende Beobachtungs-punkte mit einander verbinden, sondern daß in der Zwischenzeit die Nadelgleichfalls nach der einen und anderen Seite ihres mittleren Ganges ausschlagt.Diese in kürzeren Zeitintervallen auftretenden Oscillationen können natürlich inden stündlichen Beobachtungen nicht wahrgenommen und in einer Zeichnungnicht ausgedrückt werden, welche nur nach den stündlichen Beobachtungen con-struirt ist.

Man sieht aus diesen Darstellungen, daß die Störungen in der Regelvon der Art sind. daß sie den mittleren täglichen Gang noch deutlich hervorheben,daß also die Störungen als Oscillationen um den mittleren Gang der Decli-nation auftreten. Diese nicht periodischen Schwankungen ändern sich nun voneinem Tage zum anderen; an dem einen Tage sehr bedeutend, sind sie amanderen wieder sehr gering.

Im Allgemeinen fallen die Störungen der Declination um so bedeutenderaus, je mehr man sich den Polargegenden nähert. So ging z. B. am 26.Februar 184k, Morgens von 3 bis 4 Uhr. die Declinationsnadel zu Upsalaungefähr um 12', zu Göttingen nahe um 8'. zu Mailand um etwas über 5"nach Westen.

Die Terminszeichnungen Fig. 269 und Fig. 270. liefern nun auch eineanschauliche Bestätigung der bereits oben schon ausgesprochenen Thatsache, daßdie Störungen im Allgemeinen nicht localen Ursachen zugeschrieben werdenkönnen, indem dieselbe Schwankung in gleicher Richtung säst gleichzeitig anallen Orten derselben Hemisphäre eintritt, welche nahezu gleiche geographischeLänge haben.

Auch außerhalb Europa wurden nun bald durch die Unterstützungen ver-schiedener Regierungen, namentlich der englischen und russischen, magnetischeObservatorien errichtet, wo nach demselben Plane beobachtet werden sollte, sonamentlich zu Algier . Barnaul (Sibirien ), Bombay. Cambridge (Nord­ amerika ). Cap der guten Hofsnung, Madras. Rcrtschinsk, Phila­ delphia u. s. w. Dadurch wurde es nun möglich, auch die Störungen dersüdlichen Hemisphäre mit denen der nördlichen und die nicht periodischenSchwankungen östlicher gelegener Orte mit den gleichzeitigen Schwankungenweit nach Westen hin liegender zu vergleichen.

Fig. 271 stellt die Terminsbeobachtungcn der Declination vom 27. und28. August 1841 zu Upsala. Göttingen . Mailand und dem Cap derguten Hoffnung dar. Die drei oberen Curven bestätigen, was bereits überdie Curven Fig. 269 und Fig. 270 gesagt worden ist, die unterste Curve aberzeigt, daß die Störungen auf der südlichen Hemisphäre in fast vollkommenem