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Der Erdmagnetismus.
Theile des nördlichen Himmels bedeckte, aber wenig lebhaft und von kurzer Dauerwar. Dann strömte die Gegend um seinen Mittelpunkt herum häufige Strahlenaus, welche, wie es bei Nordlichtern gewöhnlich ist, in wenigen Augenblickenentstanden, fast bis zu dem Scheitelpunkte aufschössen, wieder verschwanden unddurch neue ersetzt wurden. Diese Strahlen sind geraden Kometenschweifen durch-aus ähnlich; oft drängen sich so viele zusammen, daß sie an die geraden Bäumeeines dichten Tannenwaldes erinnern; ihr Licht pflegt nicht «so lebhaft zu fein,daß so heller Mondschein, als der des t 8 . October war, die Schönheit ihresAnblickes und ihrer fortwährenden Aenderungen nicht beeinträchtigen sollte.
»Bis hierher war die Erscheinung von der des 11. October und von denen,die sich in diesen Gegenden zu gewissen Zeiten nicht selten zeigen, nicht wesent-lich verschieden. Allein nm 7 V 4 Uhr erschienen zwei Strahlen, welche sich sowohldurch ihre Lebhaftigkeit als auch durch die Himmelsgegenden, wo sie sich befanden,auszeichneten. Beide entstanden an entgegengesetzten Punkten des Horizontes, dereine etwa 15 Grad nördlich von Osten, der andere eben so weit südlich vonWesten. Sie schössen in Richtungen aufwärts, welche südlich von dem Scheitel-punkte vorbeigingen. Sie hatten die Helligkeit hoher weißer, durch starkes Mond-licht erleuchteter Strichwolken. Man sah deutlich, daß die Ausströmung, welchesie erzeugte, kräftig unterhalte» wurde, denn ihre Verlängerungen und Verkür-zungen waren groß und schnell. Als diese Strahlen kaum entstanden waren,zeigte sich an dem nördlichen Rande jedes derselben ein Auswuchs; beide Aus-wüchse verlängerten sich und näherten ihre Enden, so daß sie bald zusammenstießenund nun einen Bogen bildeten, welcher beide Strahlen mit einander verband,und dessen höchster Punkt etwa 30 Grad nördlich von dem Scheitelpunkte lag.Dieser Bogen erschien, so wie die Strahlen, von welchen er ausging, in lebhaftemweißen Lichte, und würde vermuthlich einen noch weit schöneren Anblick gewährthaben, wenn nicht der Mond seinen Glanz geschwächt hätte. Indessen blieb ernicht lange Zeit in seiner anfänglichen Lage; er bewegte sich dem Scheitelpunktezu, ging dann über ihn hinaus auf die Südseite und kam auf dieser bis zueiner Entfernung von 40 bis 45 Graden, wo er sich nach und nach wieder verlor.Ehe dieses geschah, nahm er auf der Westseite eine unregelmäßige Krümmung anund zeigte sich sehr auffallend schlangcnförmig; auf der Ostscite blieb er bis zuseiner gänzlichen Auflösung regelmäßig gekrümmt.
»Nach der Verschwindung dieses Bogens zeigte das Nordlicht nur noch einebeträchtliche Helligkeit am nördlichen Himmel, welche, trotz des Mondscheins, oftbis zu der Höhe von 30 Graden wahrgenommen werden konnte. Hin undwieder schoß es einzelne blasse Strahlen aufwärts, welche jedoch mit keinen unge-wöhnlichen Erscheinungen verbunden waren. Allein um 9 1 2 Uhr wurde sein An-sehen prachtvoll; die Nordhälfte des Himmels bedeckte sich mit einer rothen Farbe,welche so satt wurde, daß sie nur mit der Farbe des Karmins verglichen werdenkann; dabei war ihr Licht so stark, daß es, trotz des Mondlichtes, sichtbarenSchatten verursachte. Diese Rothe des Himmels ging in Norden nicht bis zudem Horizonte herab, sondern ein bogenförmiger Raum, dessen Scheitel etwa30 Grad Höhe haben mochte, blieb ungefärbt.