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melsgebirges, wie nach Klein — Tübet (Baltistan) im Südendes Thsungling oder des Westendes des Kuen - lun enthiel-ten, kann ich gegenwärtig neue Reiserouten hinzufiigen vonSemipolatinsk nach Guldja (Ui der Chinesen) und Gobdo-Khoto, und von Petropawlowsk über Taschkend und Khokandnach Kaschghar, eine Strasse von mehr als 400 MeilenLänge, die Krümmungen mit eingerechnet. Ich werde eben-falls das Itinerar von Guldja nach Peking mittheilen, wel-ches einen grossen Theil Central-Asiens von NW. nach SO.durchschneidet und sich in der Gobi mit der von Kiachta zur grossen chinesischen Mauer führenden Strasse vereinigt.Diese für die Kenntniss jener Gegenden höchst werthvollenMaterialien*) verdanke ich dem besondern Wohlwollen desHrn. Grafen Cancrin, des Ministers der Finanzen, des Han-dels und Bergbaus in Russland . Im J. 1826 begab sicheine Deputation der mittleren Horde der Kirghisen vomDistrict Ssemisnaiman unter Anführung des Sultans Tauk-Agadayer von der Stadt Guldja über Kur - Kara - Ussu,Urumtsi und Ulassutai-Khoto nach Peking . Die nicht ganzvollständigen Nachrichten wurden von Bodel NegmetoWgesammelt, einem Kirghisenhäuptling, welcher den Sultan auf dieser langen Reise begleitete, die man zu Pferde miteinem zahlreichen Gefolge von Kameelen ausführte. Manfand, in Folge von Peking eingelaufener Befehle, auf sehrgeringen Distanzen frische Thiere. Auf eben derselben Routevon Gobdo-Khoto war der chinesische Officier gekommen,welchen ich zu Khonimailakhu im N. des Dzaisang-Sees ge-sehen. Ich wage mir damit zu schmeicheln, dass die Jf>Itinerarien für die wenigen Gelehrten, welche sich ernstlichmit der Geographie Inner-Asiens beschäftigen, einiges Inter-esse haben werden, selbst nach den wichtigen Arbeitenvon Nazarow, Wolkof und Senkowski, dem Baron v.Meyendorff und v. Murawief, dem General Berg und
■ *) Ich besitze schon seit 1832 das Manuscvipt dieser von Hrn. V.Korolenko, Staatsrath und Zolldirector in Sibirien , verfassten Rei-serouten; auch hat mein würdiger Freund, Hr. Ritter, die gesanini'teil hier vereinigten Materialien schon für seine wichtigen Untersuchun-gen benutzen können. (Asien , I., 327 , 643 , 786; II,, 639; V., 486)