Zweyter Theil. Dritter Abschnitt. Assen. 169
ihr Prophet. Sie sind häufig in den südlichen Pro-vinzen anzutreffen und beten das Feuer an. DiePerser sind witzig und artig. Sie lieben die Poesieungemein, und sie gefällt auch selbst denjenigen,die kein Persisch verstehen. Die Mädchen werdenim achten Jahre mannbar und im dreyßigstcn hörensie es auf zu seyn. In Persien ist die Astrologie ingroßem Ansehen. Das Reich verwendet an die, diesich hierinnen hervorthun, an Geschenken auf zweyMillionen Thaler. Weil sie allenthalben mit denAerzten zugleich bey den Kranken gebraucht werden,(mit welchen sie doch in immerwährender Uneinigkeitleben); so stehen sie in großer Connexion und könnendadurch leicht heimliche Dinge erfahren. Eine rühm-liche Sache in Persien ist, daß merctirle vornehmeMänner vielfältig im Alter öffentliche Lehrstundenhalten, da sie ihre Wissenschaft und Erfahrung denJungen mittheilen. Was die Religion anbetrifft:so bildet sie eine Seele der mahomedanischen, welcheaber von den Türken sehr gehaßt wird. Man findetaber in ihren Schriften öfters viel reinere Begriffevom Himmel und Hölle, als man sie im ^oran liest.Eine artige Fabel, die man hier von drey Kindernerzählet, deren eins als ein Kind, das zweyte gott-los, und das letzte fromm starb. Eine andere Fabelvon dem Versuche der Engel, in menschliche Leiber