nen gefällt ein buntes Gemiſch; deswegen ſetzen ſie ihreSente aus braunen, ſchwarzen, und einigen fuchsgelbenKuͤhen zuſammen; zur ganzen Vollſtaͤndigkeit gehoͤrt abernoch eine ſchwarze Kuh mit weißen Ruͤcken und Bauch.In manchen Provinzen Deutſchlands erwecken die Kuͤ-he Eckel und Erbarmen. Sie ſehen mager und elend aus,und verkommen erkrankend unter dem Miſt, den ſie zoll-dick am Koͤrper angedorrt mit ſich herumſchleppen. DasAppenzeller Vieh wird dagegen geſtriegelt, geputzt undmit auſſerordentlicher Sorgfalt gewartet, und iſt ſo glatt,rein und geſund, wie ich nirgends Rindvieh ſahe. Großund ſtark gebaut, tritt es ſtattlich und ſtolz mit ſeinen fet-ten haͤngenden Halswampen im wuͤrdigen Selbſtbehagendaher. Mit wahrem Vergnuͤgen naͤherte ich mich dieſenKuͤhen, ſo anziehend ſind ſie durch ihre Reinlichkeit, durchden Glanz ihres glatten Haars, durch die Lebhaftigkeitund Munterkeit ihrer Augen und aller Bewegungen.
Das Verhaltnis des Bergbewohner zu ſeinen Kuͤheniſt ein wahrer gegenſeitiger Tauſch von Erkenntlichkeit.Die Kuh giebt ihm alles, was er bedarf; der Senn ſorgt,pflegt und liebt ſie dafuͤr, bisweilen mehr als ſeine Kinder. Nie fuͤhrteer Stock oder Peitſche, nie wird ſein Viehmit Schlagen gemishandelt; es herrſcht wahre UmgangsVertraulichkeit zwiſchen beiden, und die Stimme des Hir-ten allein leitet und regiert die ganze Heerde. Die Kuh imAppenzeller Lande genießt mehr der Achtung, welche ſe-dem nuͤtzlichen Weſen der Natur gebuͤhrt, und befindetſich gluͤcklicher als Millionen Menſchen Europas , welcheunter dem Pruͤgel und der Knute ihr Leben verfluchen, iſtes moͤglich, daß dieſe Parallele am Ende des achtzehenden,des ſo genannten philoſophiſchen Jahrhunderts wahr ſey,
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