350 V. Ordn. XXX. Gatt. 171. Drekzehen-Specht.
Ausdehnung des Weißen an den Federspitzen, weder so breit, nochso rein; das Schwarz des Flügels weniger dunkel und mehr insSchwarzbraune ziehend; auch die Seiten des Unterkörpers habeneine weniger deutliche, fast wolkichte Zeichnung. Nicht selten ha-ben die hintersten Schwingfedern auch einige weiße Querflecken.
Das Weibchen unterscheidet sich vornehmlich durch denMangel der gelben Farbe am Kopfe; Stirn und Scheitel sindschwarz, mit grauweißen Fcderkanten, die bei altern Weib-chen noch silberweiße Spitzchen haben, und so einen silbergrau-rveißen Scheitelfleck bilden; der weiße Rückenstreif ist schmaler undstarker schwarz gefleckt; die untern Theile vom Kinn bis an denBauch sind weißlicher, oder nur bräunlich überlaufen; die Fleckein den Weichen gröber, ungeregelter, und auf den letzten Schwing-federn zeigen sich öfters auch weiße Querflecke, welche zuweilen garam Schafte zusammenlaufen und eigene Figuren bilden. Meistenssind die Weibchen auch etwas kleiner.
Von den unvermauserten Jungen sagt man: sieseien am Oberkörper matter gefärbt, am Unterkörper weißlicher,und weniger gefleckt, sonst von den Alten nicht sehr verschieden;eine genauere Beschreibung fehlt bis jetzt.
Die Mauser sangt in den Sommermonaten an, und geht eben-falls sehr langsam von Statten, so daß man noch tief im HerbsteExemplare erhalt, welche sie noch nicht vollendet haben.
Aufenthalt.
Dieser Specht ist ein Bewohner nördlicher Lander, lebt zwar,doch weit einzelner, auch in gemäßigten, sucht hier aber nur sol-che Länderstrecken aus, welche wegen hoher Gebirge in Hinsicht derLuftbeschaffenheit mit jenen einige Aehnlichkcit haben. So ist ereigentlich in Norwegen , dem obern Schweden , Finnland ,ganz Rußland , auch in Sibirien , zu Hause, und hin undwieder sehr gemein, auch in Esthland noch, weniger aber schonin Liv- und Curland; bewohnt aber auch die hohen Gebirgs-waldungen in den Alpen der Schweitz , Tirols, Oester reichs und Salzburgs, in ersteren nicht ganz einzeln; alleinnur sehr selten erscheint er in ebenen Waldgegenden Deutsch lands . So wurde vor mehreren Jahren einmal ein Weibchen inder Nachbarschaft meines Wohnorts, unfern den Muldenufern, von