Band 
Fünfter Theil.
Seite
351
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V. Ordn. XXX. Gatt. 171. Dreizehen-Specht. Z51

einer Eiche zufällig herabgeschossen. *) In den an die Schweitzgrenzenden gebirgigen Theilen von Frankreich und Italien kömmt er nur selten vor. Im nördlichen Amerika bewohnter Canada und die Gegenden um die Hudsonsbai', aberwahrscheinlich noch mit einer andern ihm sehr nahe verwandten Art.

Er ist, wie die andern Spechte, ein Stand- und Strich-vogel; das letztere sind besonders die jungen Vögel, welche imHerbst die Gegenden ihres Sommeraufenthalts meistens verlassen,und den Winter hindurch umherstreichen, wahrend viele der Altenihre Wohnplatze nicht verändern.

Als ein Bewohner der Nadelwälder liebt er besonders die vonFichten und Tannen, und auch die eigentlichen Gebirgswaldungen,hoch in den Alpen. In der Schweitz hat man ihn im Sommerlediglich dort zu suchen, z. B. in Habchern, im Simmen-thal, in Appenzell , im Rheinthal, im Bannbergebei Altdorf und anderwärts. Nach der Brutzeit streift er weiterumher, verläßt jene nicht selten, und besucht selbst Eichen- Bu-chen- und Birkenwälder, kömmt auch öfters im Winter in die Gär-ten oder in die baumreichen Umgebungen bewohnter Orte. EinBekannter von mir aus Esthland versicherte, daß er dort in die-ser Jahreszeit in der Nähe von Dörfern und Städten ziemlich ge-mein, tief in einsamen Waldungen aber viel seltner sei, dagegenim Sommer ein umgekehrtes Verhältniß Statt fände, und man ihndann fast einzig nur in Nadelwäldern anträfe. Boie traf ihn inNorwegen (S. dessen Tageb. einer Reise rc. S. 256. 276. 289 u.anderwärts) auch in den Schwarzwaldungen der Gebirge dieses Lan-des zahlreich, einzelner in andern auch mit Laubholz vermischtenWaldgegenden im Sommer an.

Eigenschaften.

Er ist ein muntrer, kecker Vogel, welcher mit großer Gewandt-heit die Baumschäfte und starken Aeste hinanklettert, sie aufwärts

*) Es war beim Nachhausegehen von einer herbstlichen Hasenjagd, wo dasAbschießen der Gewehre, wie oft zu geschehen pflegt, auf vorkommende Vogelgerichtet war, und einige auf den einzelnen Eichen sitzende Spechte traf, wovondieser, wegen seiner von andern Buntspechten abweichenden Zeichnung, vom Schä-tzen genauer betrachtet, und da man nun gar nur drei Zehen an jedem Fuß«fand, für eine Spechtmißgeburt gehalten wurde. Man warf. nachdem dervermeintliche Krüppel manniglich bewundert worden war. die seltene Beute weg,und Einer von der Gesellschaft erzählte mir bald nachher den Vorfall mit allenUmständen, so daß mir im Geringsten kein Zweifel blieb, hier sei der ächteD r etz eh en sp echt geschossen.