320 XU. Ordn. n Gatt. 214. Mornell-Steinwalzer.
in Ländern, wo sie weniger von Menschen beunruhigt würden, auchweniger scheu wären. Bei uns durchziehende, freilich meist jungeVogel, zeigen gerade das Gegentheil von Scheue oder Vorsicht.Wir trafen einst einen solchen am Eisleber Salzsee, dem wir schonauf wenige Schritte vorbeigegangen waren, als wir ihn erst zwi-schen den vielen kleinen Steinen, die dort das User bedeckten, her-umlaufen sahen, deshalb, um ihn nicht mit zu nahem Schuß zuzermalmen, ein langes Stück zurückgehen mußten, und ihn dannaus angemessener Weite erlegten. Ein anderer betrug sich eben so,und noch zwei andere von Herrn Just (s. dessen Beobachtungen.Leipzig , 1832, Seite 113) an jenem See gesehene und erlegte In-dividuen ebenfalls auf gleiche Weise. Auch ein alter Vogel, vomverstorbenen Leisler am Mainufer im Mai erlegt, ließ ohne Müheschußrecht sich ankommen. Es ist bekannt, daß manche Entenartenz.B. ^NU8 erecca, auf kleinen Leichen ohne Umstände schußrechtaushalten, auf großen Gewässern, wo sie ausweichen können, da-gegen sehr scheu sind; allein so auffallend wird dies veränderte Be-tragen weder bei ihnen, noch bei irgend einem andern einheimischenVogel, als es bei unserm Steinwälzer ist, der hier in der Thatden Dummen spielt und an der Ost- und Nordsee einer der Gescheu-testen ist.
Ganz harmlos kömmt er bei uns zuweilen aus dem Wasser-schnepfenheerde an und wird hier leicht gefangen. In den mehrer-wähnten Laufschlingen kann man ihn ebenfalls fangen, wenn mansie an Orte stellt, wo man ihn öfters herumlaufen sah.
Nutzen.
Er hat ein zartes und schmackhaftes Fleisch, besonders jungeVögel im Herbste, die dann gewöhnlich auch sehr fett sind. Solchegeben in jener Zeit ein eben so leckeres Gericht wie Bekassinenim besten Zustande, und es bleibt hinter dem vom jungen Mor-nellregenpfeifer wenig zurück. Auch die Eier mögen sehr wohl-schmeckend sein.
Schaden.
Eben so wenig wie von einem andern schnepfenartigen Strand-vogel kann von diesem gesagt werden, daß er dem Menschen Nach-theil stifte.