Lolvmbus grotieus.
ständigkeit derselben ausgesprochen worden. Der wesentliche Unter-schied soll darin bestehen, daß die verlängerten Kopffedern sich imNorden viel schwächer, etwa wie bei uns an jüngern Vogeln, ent-wickeln, und nur die erste Feder des Mittelflügels dunkel gefärbt ist,der Flügel eilf braune Schwungfedern zählt, während bei der süd-lichen Form ein weit stärkerer Kopfputz sich ausbildet und die zweiersten Federn des Mittelflügels dunkel gefärbt sind, so daß der Flügelzwölf dunkle Schwungfedern besitzt. Ich halte diese Unterschiedenach zahlreichen von mir frisch und in Bälgen untersuchten Vögelnnicht für constant.
An und für sich ist es schon bedenklich, wenn Species durchEigenthümlichkeiten unterschieden werden sollen, die mindestens beieiner derselben nach Alter und Jahreszeit wechseln. Ein solcherWechsel zeigt sich aber nicht allein beim Kopfputz, sondern auch inder Färbung der mittlern Schwungfedern. Mindestens zeigen dieIndividuen von ein und derselben Heimath darin eine bedeutendeAbweichung. Unter den im Norden erlegten Sommervvgeln findetman ziemlich ebenso häufig Eremplare, die von den angegebenenArtunterschieden abweichen, als solche, die mit denselben überein-stimmen. Noch häufiger habe ich solche Abweichungen an Indivi-duen gefunden, die in der Nähe von Braunschweig frisch erlegtwaren. Freilich würde man während der Zugzeit vielleicht beideFormen bei uns erwarten dürfen; aber eS finden sich nicht seltenEremplare, die von den Artcharakteren beider abweichen. Bei denmeisten Individuen fand ich eilf große Schwungfedern in der Hand;doch bei mehreren, an denen auch die genauste Untersuchung derfrischen Thiere keine fehlende Feder nachwies, nur zehn Handfedern.Diese Handfedern sind bei allen dunkelgefärbt, häufig trägt die eilfte,seltener aber schon die achte bis eilfte eine weiße Spitze. Ich habekeinen einzigen Vogel gesehen, der nicht mindestens eilf dunkleSchwungfedern besessen hätte, wohl aber mehrere, die deren drei-zehn besaßen. Die vierzehnte Schwungfeder ist bei allen weiß, beieinigen rein weiß, bei andern noch braungrau gesprenkelt, oder amSchaft dunkel. Von der fünfzehnten an sind alle weiß, nur seltendie erstern noch grau gesprenkelt. An einem mitten im Sommererlegten alten Exemplar aus Island sind die ersten 12 Schwung-federn dunkelgefärbt, von der achten an mit weißer Spitze bezeichnet;die dreizehnte ist vorherrschend weiß, mit Grau gesprenkelt. An