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Archäologische Karte des Kantons Zürich / J. Heierli ; Topogr. Anstalt Winterthur, J. Schlumpf, vorm. Wurster, Randegger u. Co.
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leistung, die die urkundliche Geschichte der Urgeschichtsfor-schung zu Teil werden lässt, ist um so wertvoller, als damalsdie meisten Gebäude aus Holz erstellt wurden und nur spär-liche Reste von Küchenabfällen u. dgl. erhalten geblieben seinkönnen, die von den Findern häufig nicht beachtet werden.So aber wissen wir, dass die Mehrzahl der jetzt bestehendenDörfer, beispielsweise des Kantons Zürich , schon in frühgerma-nischer Zeit bestanden und die heute oft unverständlichenNamßn werden durch die urkundlichen Namensformen erklärt.So erscheint Bäretsweil 741 als Berofovilare, d. h. als derWeiler des Berolf; Birmensdorf wird 876 als Piripoumesdorfbezeichnet, als das Dorf bei den Birnbäumen. Bulach erscheint811 als Pulacha, worin ein keltischer Name stecken dürfte,ähnlich wie in Vitudurum, Turicum u. a. Fällanden hat seinenNamen vom Fennich oder der kleinen Hirse (Fenichlanda, ca.820); Fischenthal (878 Fiskinestal) ist das Tal des Alamannen Fiskin , Gossau (859 Cozzesouwo) die Au des Gozzo. In Irgen-hausen erkennen wir das Haus des Iring (811 Irincheshusa),in Regensdorf das Dorf des Regan (870 Reganesdorf) undin Zollikon (837 Zollinchovun) sind, wir bei den Höfen derNachkommen des Zollo etc.

Vereinzelte Gräber aus frühgermanischer Zeit sind in derSchweiz sehr häufig, manchmal aber stösst man auf ganzeGräberfelder, wo die Skelette in Reihen gebettet sind und zwarin freier Erde, ähnlich wie in unsern Friedhöfen oder in grossenSteinkisten. Solche Reihengräber fanden sich in Beiair beiCheseaux oberhalb Lausanne, in Elisried, südlich von Bern ,in Kaiseraugst , bei Zürich u. a. 0. Unter den Beigaben ver-dienen die schönen Fibeln (Sicherheitsnadeln) mit ihren ein-gelegten Steinen und ihrem Filigranschmuck unsere volle Auf-merksamkeit. Fällt uns da schon die eigentümliche Technikauf, so ist das noch mehr der Fall bei den Gürtelschnallen.Diese bestehen häufig aus Eisenplatten, in welche feine Silber-und Goldplättchen und -Fäden in sonderbar verschlungenerWeise eingelegt sind. Diese sogenannte Tauschirarbeit, sowie